Satan, Satan, du auch mein Bruder.

Jetzt weiß ich, daß ich unter die Menschen muß. Alle meine Zweifel, meine Anklagen gegen mich, schrumpfen nun ein, wo urplötzlich eine ungeheure Sonne aufging, und ich sehe, daß all das, was ich für Mangel hielt, Schicksal ist, mein einziges Schicksal, das keinem, keinem Wesen angeglichen werden kann. Ich werde nicht mehr zetern über chaotisches Gemüt, Unstandhaftigkeit, Unsittlichkeit. Die Gesetze des Menschen, auch seine Moralgesetze, sind nicht die meinigen, weil ich in Beziehung zu ganz anderen, höheren Gewalten stehe.

Ich werde nicht mehr weinen, weil nichts Menschliches an mir ist außer Hunger, Durst, Schlaf und Wollust. Und doch, so ich nun mein unmenschliches Schicksal erkenne, treibt es mich wieder, unsäglich treibt es mich zu den Menschen.

Satan

(hebt sich dunkel auf und verschwindet).

Der Erzengel mit dem Flammenschwert in der Rechten steht feurig über dem ganzen Himmel.

Der Erzengel:

Nun der unselige Bruder versank, blicke in dieses Auge, Mensch.

Der Dichter:

Was überwältigt mich so wonnig?