Allerhöchster Dienst! Allerhöchster Dienst! Dieses Wort kroch mit tausend Würmern durch meine Seele. Ach, ich verstand ihn! Jetzt hatte er sich wieder in seine Rolle gefunden. Jetzt wieder war er der starre Römer und Spartaner, den zeitlebens zu spielen so bequem war. Haß fraß sich in mir weiter und weiter. Dennoch zum drittenmal, doch sehr leise, sehr leise:

„Vater!“

Nun aber hatte er wieder Oberwasser. Der Schreck von vorhin war aus seinem Gesichte gewichen, das seine alte Maske annahm. Gemessen und von der Ferne des Polarsterns schnarrte er mit den unklaren Vokalen der militärischen Sprechart:

„Leutnant Duschek! Ich befehle Ihnen im Namen des allerhöchsten Dienstes, diese Ausdrucksweise zu unterlassen!“

Zertreten, besiegt, wie immer! Es schlug über mir zusammen. Speichel war Gift, jede Haarwurzel Wunde. Ich sah in eine von gelben Kreisen durchtanzte Finsternis.

Mit aller Kraft schrie ich:

„Ich scheiße auf deinen allerhöchsten Dienst!“

Der General taumelte zurück. Die beiden Majore stützten ihn. Er fand keinen Atem, stieß einen unsagbaren Laut aus. Plötzlich stürzt er sich auf mich. Ich sehe nicht mehr das Gesicht eines kaltsinnig beherrschten Truppenführers, ich sehe das schmerzverzerrte Gesicht eines geschlagenen Vaters, ich sehe mehr noch, jetzt....

In diesem Augenblick traf mich breit über die Backe, dicht unterm Auge, der Hieb seiner Reitpeitsche!