„Ob jemand nach mir gefragt habe?“
„Nein, die ganzen Tage hat niemand nach dem Herrn Leutnant gefragt und auch kein Brief ist angekommen.“
„Aber Herr Leutnant,“ rief der Portier ganz entsetzt, „Herr Leutnant haben den Säbel vergessen, können leicht einen Anstand haben.“
„Ich weiß. Schon gut!“
Ich preßte das Taschentuch an die Wange.
„Hören Sie einmal, Portier! Können Sie mir sofort einen Zivilanzug verschaffen? Aber in einer halben Stunde spätestens muß er hier sein!“
Das ließe sich machen. Ich solle nur auf mein Zimmer gehen und mich gedulden!
Warum ich Zivil anziehen wollte, wußte ich nicht bestimmt, jedenfalls fühlte ich, das wäre der erste Entschluß meiner „Initiative“!
Ich schaute in den Spiegel. Meine Backe war geschwollen. Blutunterlaufen in allen Farben zog unterm Auge der lange Hieb der Reitgerte. Im Tobsuchtsanfall warf ich den Alaunstein gegen den Spiegel, der ein großes Loch davontrug, von dem nach allen Seiten hundert Radien ausgingen.
Endlich brachte der Portier den geliehenen Anzug. Er paßte ganz gut. Für einen Augenblick vergaß ich alles und drehte mich um mich selbst. Ich gefiel mir. Nur mit dem Hemdkragen hatte es seine Not. Alle waren zu niedrig und zu weit für meinen langen Hals. Ich band deshalb einen Shawl um und ging auf die Straße, um ein Modewarengeschäft zu suchen. Dort wollte ich mir den richtigen Kragen kaufen.