„Wo hat der Herr Leutnant denn gewartet?“

„Hier im Zimmer!“

„So?“

Der General machte eine Pause, rasselte heftig, dann sagte er als Abschluß mehrfach angestellter Erwägungen:

„Morgen sagen Sie dem Herrn Leutnant, daß ich dienstlich hier nicht empfange, daß ich hier überhaupt nicht empfange! Verstanden?“

„Zu Befehl, Exzellenz!“

Über den letzten Satz geriet ich außer Rand und Band. Er hatte mich geschlagen, gepeitscht und spielte die Allerhöchste Dienstkomödie weiter.

Fester faßte ich die Hantel. Ein Wort war jetzt in mir: „Es ist besiegelt.“

Die Haut auf meinem Gesicht spannte sich vor Brand und Erregung. Ich fühlte, daß jetzt das zerstörte Gewebe meiner Wunde durch die Spannung stellenweise aufbrach und das Blut langsam, warm über die Wange lief.

Nun, mir war’s recht, mehr noch, willkommen. Mein Vater hatte sich unterdessen in sein Schlafzimmer begeben. Der Diener half ihm beim Auskleiden. Ich wandte mich ab. Scham verhinderte mich, hinzuschauen.