Ave atque Vale ihnen beiden!

Während meiner Haft hatte ich mir durch Notenkopieren, Kollationieren, Korrigieren einiges Geld verdient. Meine Ersparnisse nach der Entlassung waren etwas größer, als die Kosten eines ticket dritter Klasse und die gesetzlich vorgeschriebene Summe betragen, die man vorweisen muß, um hüben an Land gehen zu dürfen.

Ach, als ich die Kanzlei des Garnisonsgerichts verlassen hatte, meine Ersparnisse und die endgültig letzte militärische Löhnung in der Tasche, war ich zum erstenmal im Leben frei!

Sogleich verkaufte ich meine ganze Militärgarderobe, schaffte mir einen Zivilanzug und das sonst noch Nötige an, nahm ein für drei Tage gültiges Schnellzugsbillett nach Hamburg und verließ eines schönen Julimorgens die Residenz, die lustig in ihrer flittrigen Frühe dalag, ohne das schon deutliche Verhängnis auch nur zu ahnen.

Nach einer Reise von wenigen Stunden fuhr der Zug in die Bahnhofshalle jener großen Landeshauptstadt ein, in der ich meine Kindheit verbracht habe.

Ich weiß nicht, trieb mich der Teufel oder war es der Wunsch, in dieser uralten Krönungsstadt endgültig Abschied von der alten Welt zu nehmen; ich ergriff meinen Koffer, stieg aus und beschloß erst morgen weiter zu fahren.

Es war Mittag. Die Sonne schwamm auf noch regenfeuchten Straßen. Dies alles war fremd für mich und wie aus mir gelöscht. Die Luft drückte —, staubig angestrengt die Gesichter der Menschen — mich befiel zuerst Langeweile, dann ein recht unerklärliches Mißbehagen, ich wurde nervös und begann die Unterbrechung meiner Reise zu bedauern.

Ein endlos langer Nachmittag stand stöhnend vor mir.

Da fiel mir an irgend einer Litfaßsäule ein Plakat auf: „Hetzinsel — Vergnügungspark — Kinematograph — Scenic-Railway — Rutschbahn — Militärmusik — Restaurant, vorzügliche kalte und warme Küche!“