Der Knabe verschwand nach hinten.
Auch er wird lernen. Er, der immer Wiedergeborene, der ewig Dreizehnjährige.
In diesem Augenblick, als hätten sie sich so lange verborgen gehalten, um meinen Gedanken nicht zu stören, — erblickte ich, — erfaßte mich der Irrsinnsrhythmus der Charakterpuppen.
O fürchterlicher Akkord auf dem nervus magicus!
Auf- und niederschwebend, grinsend, grüßend waren sie alle da:
Der Mandarin, der Neger, die Teerjacke, der Henker, der Phantasieoffizier, höhnisch fuhren sie aus den Schulbänken ihres mystischen Nachsitzens auf, versteckten sich wieder wie Leute, die sich nicht greifen, verhaften lassen, gar nicht daran denken, ihre Beute herzugeben, ihrer Unverletzlichkeit so gewiß sind, daß sie durch freches Auf und Nieder der Häscher noch spotten.
Auf ihrer Drehscheibe aber wandelten schlotternd in zunderndem Bratenrock und Trauerzylinder die Opiumraucher elegisch an der imaginären Türe vorbei.
Wer seid ihr? Wer seid ihr alle in eurer ungerührten Bewegung? Seid ihr unsere Neben-, Vor- und Nachmenschen, die Milliarden Unbekannten, die uns auf der Straße und in den Sälen des Lebens begegnen? Seid ihr die zerbrochenen Toten, die nach unbegreiflichem Gesetz den einmaligen Gedanken ihrer Form weiter durch unsere Reihen bis in alle Ewigkeit tragen müssen? Seid ihr die noch Ungeborenen all, Schatten, die eine künftige Existenz in die Gegenwart vorauswirft?
Seid ihr die Mächte und Gewalten der Tiefe und Höhe, die Unsumme gestaltloser Wesen, wesenloser Gestalten, doch wirkender Schicksale, die sich zwischen die beiden einzig realen Pole der Welt drängen, zwischen das Ich und das Du?