Von zwei Stabsoffizieren flankiert, die angestrengt und ergeben ihr Ohr neigten, schritt ein General mit fabelhaft spiegelnden Lackreitstiefeln, breiten rotstreifigen Breeches und hellblau-goldknöpfigem Waffenrock über den Gang.

Er nahm von keinem der regungslos Versteinerten Notiz, schritt auch an mir vorbei, ohne den Allzunichtiges nicht beachtenden Blick von meiner Gestalt abzuwenden. Ich stand ebenso wie die anderen, herausgedrückter Brust und zurückgeworfener Schultern da.

Der General hatte die graue Kappe des hohen Militärs abgenommen. Sein Haar war weiß, sein kurzgestutzter Schnurrbart schwarz gefärbt. Ich erwischte ein Stück des Gesprächs:

„Das fällt nicht in mein Ressort. Der Akt muß an die Statthalterei weiter geleitet werden....“

Die Stimme kannte ich nur zu gut. Aber dieses Gesicht?

Es war seinen Weg gegangen.

Ich lehnte mich — meine Stirne war kalt und feucht — müde an die Wand.

Wie ist das möglich?

Dieser Fremde dort hatte durch einen warmen Tropfen seines Leibes mich erzeugt. Ich also war ein Tropfen, ein Teil seiner Natur. Ich war er selbst, — ich — dieser fremde General, der an mir vorbeigeht, an mir, den er als einen Tropfen einst verspritzt hatte!

„O schauerliches Geheimnis! —“