„Deine Pflicht hast du nicht erfüllt!“ O, ich wollte es ihm ins Gesicht schreien. Feig aber blieb mir das Wort im Halse stecken.
Der General ging auf und ab.
„Ich tue das Menschenmöglichste für dich... Deine Konduit ist schlecht. Sie gibt dir keine Aussichten, im Frontdienst etwas zu erreichen. — Deine Vorgesetzten aber halten dich für intelligent. Ich richte mich danach und habe dich für die Kriegsschule anmelden lassen.
Du kannst morgen schon im Kurs erscheinen. Glücklich schätzen sollst du dich!“
Erschöpft und gerührt von einem solchen Aufwand an Fürsorge ließ er sich nieder. Er fragte: „Wo wohnst du?“ Doch ehe ich noch Antwort geben konnte, schnitt er ab: „Das ist ja gleichgültig.“
Meine Nerven ließen nach wie die Saiten einer Geige.
„Du siehst, ein General auf meinem Posten ist äußerst in Anspruch genommen. Ich hoffe dich aber am Abend bei mir zu begrüßen. Du kannst mit uns soupieren. Bei dieser Gelegenheit (hier wurde er unsicher, welchen Ausdruck er wählen solle) wirst du — deine — meine Gattin kennenlernen. Wir haben uns lange nicht gesehen. Warum bist du eigentlich nie auf Urlaub gekommen? Nun, ist schon gut! Also! Servus dieweil bis zum Abend. Danke!“ Er hob das Telephon ab, sah zur Seite und ich war entlassen.
Ich ging, Schritt für Schritt, bewußtlos, quer über die Straße. Plötzlich erfaßte mich ein Irrsinnsanfall.
„Ich würge ihn!