Fast hatte ich Angst, man könnte die Falltüre nicht finden. Ich dürstete nach einem Kampf. Wenn alles still zu unseren Häupten würde, o, ich könnte es nicht ertragen!
Das Kellergewölbe war groß, führte unberechenbar weit unterm Fluß fort. Zu fliehen, sich zu verbergen, einen Ausgang zu suchen, wäre nicht schwer gewesen.
Keiner aber rührte sich.
Die Herde — ich fühlte es — wartete auf meinen Befehl. (Nur die Russen schienen in der Finsternis abseits zu stehen. Wo war Sinaïda?)
Ich befahl nichts!
Wenn sie doch nur kämen! Wenn sie doch nur kämen! Ein toller Gedanke packte mich. Er wird an ihrer Spitze stehen, der General, der Vater! Ist er denn nicht Korpskommandant der Residenzstadt? Ja, das ist er! Also stellt er zugleich die oberste Instanz aller Garnisoninspektionsoffiziere vor. Es ist klar. Überdies ist er krank und kann nicht schlafen. Kein Mittel hilft ihm mehr. Was bleibt ihm denn anderes übrig, dem Dienstfanatiker, als in der Nacht, gepeinigt von Schlaflosigkeit, aufzustehen, sich an die Spitze der Streifung zu stellen und die Anarchisten auszuheben, denn, ich weiß es, er ahnt, er ahnt....
Nie mehr wird die Gelegenheit, unseren Kampf auszutragen, so günstig sein, als heute.
Er muß kommen, er muß, ich fürchte mich nicht, keineswegs, er muß kommen, höchstpersönlich als General, der er ist!
Verflucht! Herzklopfen!
Da! Jetzt stampfte vorsichtig und prüfend ein Fuß auf der Falltüre. — Ein zweitesmal! — Zum drittenmal! — Eiskörner rieselten mir langsam den Rücken hinab. So! Es war geschehen! Die Türe knarrte, wurde aufgehoben und starkes Licht warf sich über unsere Finsternis.