„Nachbar,“ erklärte ich, „wir müssen niedrige Illusionen gegen höhere Illusionen eintauschen, aber ohne Illusionen geht es einmal nicht ab.“
Er wurde wütend und spuckte aus. Dennoch erzählte er mir später seine Geschichte.
Als Hauptmannrechnungsführer, der er war, hatte er Geschäfte mit ärarischem Gut gemacht.
„Wer tut das nicht? Aber den Schuften kommt man nicht darauf. Immer saust nur der anständige Mensch herein. Niederträchtig ist das Urteil. Zwei Jahre Garnison!
Und was dann? Was soll ich mit der Familie tun? Fünf unmündige Köpfe! Denn die Frau ist strohdumm und hochnäsig, eine richtige Generalstochter! Ah, die Gute, die Gute! Sie wird mich nicht mehr achten können. Und ich? Nicht einmal als Offizial werde ich mehr unterkommen. Mein Gott, mein Gott!“
Ich setzte mich zu ihm, streichelte seine Hand.
„Sie werden leben! Das ist herrlich. Ich aber werde sterben. Das ist herrlicher. Ich möchte nur wissen, ob das Gesetz den Galgen vorschreibt, oder ob einfach ein Detachement kommandiert wird: Ein Offizier, ein Profos, sechs Mann, zwei Spielleute! — Dann an die Wand mit mir! Ein wenig seitab der aufgeklappte Sarg, den der Regimentsarzt abklopft, als wäre es ein Patient. Und dann, gut! Die Binde ums Aug’, aber ich bitte mir eine seidene aus. — Das wäre mir viel lieber als die peinliche zivilistische Zeremonie. Ich freue mich, mein Wort, ich freue mich darauf! O, es ist ein Opfertod, sagen Sie nichts, es ist ein willkürlicher Opfertod! Soll ich Ihnen ein Geheimnis verraten? Ich flehe Sie an: Lachen Sie nicht!
Was die Menschen Verbrechen nennen, es ist eine mystische, höhere Art der Anbetung Gottes!“
Ich redete sinnlos. Der Rechnungsführer ward böse, drehte sich zur Wand, brummte: