(Desgleichen.)
Der Himmel verdunkelte sich, es ward unheimlich still. Die Seeadler kreischten, die Sturmvögel umschwirrten bereits das Schiff.
Immer dunkler ward der Himmel, näher zog das schwarze Gewölk. Man hört ein fernes Brausen, es erhebt sich der Sturm. Blitze zucken, Donner grollen, die Wellen thürmen sich hoch auf.
Das Schiff wird hin und her geworfen, das Steuerruder droht zu brechen. Der Kapitän commandirt unaufhörlich, die Matrosen fliegen eilend hin und her. Man zieht die Segel ein, die Luken werden geschlossen.
Der Sturm tobt immer wilder, die Wellen gehen immer höher. Plötzlich gibt es einen gewaltigen Stoß, die Masten krachen, die Wände bersten, das Wasser strömt unaufhaltsam ein, das Schiff sinkt. Binnen einer Viertelstunde ist nur die Hauptmastspitze noch von ihm zu sehen, die ganze Bemannung hat ihr Grab in den Wellen gefunden.
34. Der junge Graf.
(Entgegenstellend.)
Ein Haushofmeister gebot seinem vornehmen Schüler zu schweigen, der junge Graf plauderte fort. Der Ungehorsame sollte Latein treiben, er tändelte mit Briefmarken.
Der Lehrer wiederholte bald darauf seinen Befehl sehr ernst, Junker Armin spielte gleichgiltig weiter. Ersterer drohte jetzt mit Bestrafung, der junge Graf lächelte.
Der Hauslehrer besaß viel Geduld, jetzt ging sie zu Ende. Er hatte den jungen Grafen lange genug mit Güte behandelt, heute sollte derselbe seinen ganzen Ernst empfinden lernen.