(Der unbestimmte Artikel.)
Ein Jäger zog durch einen Wald. Eine schöne Doppelflinte hing auf seinem Rücken und ein Hirschfänger an seiner Seite. Ein Dachshund und ein Windspiel begleiteten ihn.
Ein herrlicher Herbsttag lag auf den Gipfeln der Tannen und Fichten. Ein sonniger Hauch wehte auf den bebuschten Hügeln. Da sprang eine Rehkuh auf. Ein solches Thier ist für jeden Menschen eine angenehme Erscheinung. Ein Jägerauge aber zuckt freudig auf, wenn es ein solches Wild erblickt. Auch diesen Waidmann durchzuckte eine freudige Aufregung. Kaum war eine Minute vergangen, knallte ein Schuß und eine Ladung Schrot saß dem Thiere in einem Hinterlaufe.
Jetzt aber gab es eine ergötzliche Scene. Ein Wink und beide Hunde begannen einen wahren Wettlauf nach dem Rehe. Dabei aber war ein tiefer Graben zu überspringen. Für den Windhund war dies ein Spaß, eine ganz leichte Mühe. Nicht so für einen kurzbeinigen Dachshund. Dieser nahm zwar einen gewaltigen Anlauf, aber für ihn war ein solcher Graben eine zu weite Kluft. Er schoß einen Purzelbaum und rollte wie eine Kugel ein großes Stück den einen Rand hinab in eine Pfütze. Ein helles Gelächter begleitete seinen Fall. Eine Anzahl Waldarbeiter hatten ihn nämlich aus einer kleinen Entfernung beobachtet. Unter ihnen fand sich auch bald eine hülfreiche Hand, die mit einer Stange zur Rettung herbeieilte.
„Siehst Du“, sagte der Jäger zum ganz durchnäßten Dachse, „so geht es einem Voreiligen. Nimm Dir aus diesem Falle eine Lehre: Wer ein Dachs ist, muß es einem Windspiele nicht gleichthun wollen.“
24. Der Liederliche.
(Bestimmter und unbestimmter Artikel.)
Bernhard war ein höchst unordentlicher Knabe. Dies zeigte ein einziger Blick in die Kinderstube, in der er sich aufhielt. Der Bücherranzen, der Stiefelknecht, der Ball und der Atlas lagen gewöhnlich beisammen unter der Ofenbank. Die Botanisirtrommel, die Mütze, die Federbüchse, die Schreibmappe und die Haarbürste erblickte man nicht selten in einem Winkel der Stube. Das Bibelbuch, das Tintenfaß, das Handtuch, das Wichszeug und das Vorhemdchen erhielten oft ihren Platz in einem Schubfache einer alten Kommode.
Der Vater und die Mutter, sowie auch das Stubenmädchen hielten dem Knaben deshalb oft eine Strafpredigt, aber all die Mahnungen und Warnungen fanden bei ihm ein taubes Ohr.
Auch der Lehrer hatte die größte Noth mit ihm. Namentlich bekundeten die Schreibebücher Bernhard’s die größte Liederlichkeit und einen hohen Grad von Leichtsinn. Die Umschläge waren zerrissen. Durchschnittlich das dritte Blatt enthielt einen Klecks. Die Schrift konnte man kaum lesen. Das Löschblatt glich einem Lappen.