Obgleich man sich für Geld große Genüsse verschaffen kann, Bildung bleibt doch der Schlüssel zu den edelsten.

Wiederholung.

(Umstandssätze des Ortes, der Zeit, der Art und Weise, des wirklichen und möglichen Grundes.)

119. Die Raubritter.

Als das Ritterthum in voller Blüthe stand, gab es leider auch Raubritter. Wo ihre Burgen emporragten, dort war besonders für die Kaufleute ein gefährliches Reisen.

Ohne daß es sich der Reisende oft versah, wurde er von einer Schaar solcher Wegelagerer überfallen. Sie kamen, um ihn seiner Schätze zu berauben. Zuweilen verlegten sie ihm auch blos den Weg, damit sich der Reisende zu Opfern für seine Freiheit verstehen solle. Falls der so Gehemmte sich zu keiner Zahlung verstehen wollte, wurde er nicht selten als Gefangener abgeführt.

Wo diese Raubritter ihre Burgen erbauten, führten gewöhnlich wichtige Verkehrswege vorüber. Damit kein Mensch ungesehen diese Straßen ziehe, stellten sie Wachen aus. Kaum graute der Morgen, standen diese schon auf ihren Posten.

Mit diesen Verhältnissen vertraut, reiste darum auch selten ein Handelsmann mit seiner Waare allein. Damit man nöthigenfalls Widerstand leisten könne, verband man sich zu Karavanen. Obgleich aber diese Gesellschaften oft ziemlich stark waren, entgingen sie doch selten ihrem Schicksale.

Sobald es zu irgend einem Kampfe kam, trugen die wohlbewaffneten Reisigen in der Regel den Sieg davon. Je mehr diese dann dabei Verluste erlitten hatten, desto größeren Tribut mußten die Besiegten zollen.

Da nun ein Raubritter neidisch auf das Glück des andern sah, entstanden nicht selten unter diesen selbst blutige Fehden. Ehe es sich der eine versah, umzingelten mißgünstige Nachbarn seine Burg. So kurze Zeit eine solche Fehde auch dauerte, so blutig war sie doch oft. Nicht selten schleifte man den Rittersitz des Besiegten, weil dieser sonst doch wieder hätte zu Macht gelangen können.