In die 5te Klasse können die einzelnen Scenen und Arien gerechnet werden, die er für musikalische Akademien oder für besondere Sänger schrieb. In dem Verzeichnisse sind 22 solche enthalten, für allerley Stimmen.

6te Klasse: teutsche Lieder mit Klavierbegleitung allein; in dem Verzeichnisse sind 20 Stücke aufgezeichnet, worunter die so bekannte Abendempfindung, das Veilchen und an Chloe, so voll Einfachheit, Ausdruck und Empfindung, kurz so schön sind, daß man sagen kann, Mozart hätte blos mit diesem sich unsterblichen Ruhm erworben. Daraus vorzüglich mögen seine Tadler sehen, ob er nicht groß in der Singkomposition war? Ob er den Worten Leben zu geben, auch ohne das Rauschen der Instrumente nicht verstand?

7te Klasse: Konzerte für verschiedene Instrumente schrieb er am seltensten.

In dem Verzeichnisse sind nur folgende angemerkt: 1) Ein Andante zu einem Violinkonzert; 2) Ein Konzert für das Waldhorn. 3) Für die Harmonika; 4) für die Klarinette.

8te Klasse: Violinquartetten und Quintetten. Unter den Quartetten sind die 6, die er Joseph Haydn dedizirte, klassisch. Später im Jahre 1789 im Junius schrieb er 3 konzertante Quartetten für den verstorbenen König von Preußen; nebst diesen ist noch ein einzelnes Quartett aus D im Jahr 1786 geschrieben, und eine einzelne Fuge.

Originalquintetten sind in dem Verzeichnisse nur 4 aufgezeichnet; aus C, G mol, D dur und Eb. Er schrieb bey seinem Aufenthalte in München 1782 einige Nachtmusiken à quadro mit Begleitung 2er Waldhörner, die man füglich als Violinkonzerte betrachten kann – alle diese Sachen sind voll Gedanken und Schönheiten. Ein konzertantes Divertimento für 3 Stimmen, die Violin, Bratsche und das Violoncello ist vorzüglich schön und voll hoher Kunst. Die 2 Duetten für die Violin und Bratsche sind bekannt und beliebt genug.

9te Klasse: Parthien für blasende Instrumente zu Tafel- und Nachtmusiken. Hier in Prag sind mehrere bekannt. Ihre Schönheiten sind bezaubernd, und reißen auch das gefühlloseste Herz hin. Es existirt auch eine Nachtmusik aus 13 blasenden Instrumenten von seiner Arbeit.

10te Klasse: Tanzstücke. Mozart schrieb mehrere Parthien, Menuetten und teutsche Tänze für den Kaiserl. Redouten Saal zu Wien. Wie sehr diese Sachen von seiner Arbeit gesucht wurden, sieht man aus dem Verzeichnisse, wo jeden Karneval eine Menge Menuetten, Teutsche, Walzer und Kontratänze angemerkt sind.

11te Klasse: Kirchenmusik, war das Lieblingsfach Mozarts. Aber er konnte sich demselben am wenigsten widmen. Die Messen, die von ihm übrig sind, wurden bey verschiedenen Gelegenheiten und Einladungen verfertigt. Alle, die wir hier in Prag gehört haben, tragen den Stempel seines Genies. In dem Verzeichnisse ist keine einzige Messe angezeigt – ein Beweis, daß alle, die wir haben, in frühere Zeiten seines Lebens zu setzen sind. Nur ein Graduale auf den Text: ave verum corpus hat er im Junius 1791 verfertiget.

Mozart würde in diesem Fache der Kunst seine ganze Stärke erst gezeigt haben, wenn er die Stelle bey St. Stephan wirklich angetreten hätte; er freute sich auch sehr darauf. Wie sehr sein Genie für den hohen Stil des ernsten Kirchengesanges gemacht war, beweiset seine letzte Arbeit, die Seelenmesse, die gewiß alles übertrifft, was in diesem Fache bisher ist geleistet worden, und nicht so bald übertroffen werden wird.