Endlich sind die Kinder am Bache des Spielens müde; Hunger erinnert sie ans Nachhausegehen. Nun wird auch der Jachl in seiner Wagen-Kiste nicht vergessen. Ann-Gret fürchtet ihn nicht; sie kennt seine Langmut. Drei Mädchen, drei Pferdchen ziehen jubelnd die Leine.
Über Stock und Stein rast die Jagd mit dem Jungen, dem immer Vergnügten. Einmal nur, als das Gefährt umfällt, und Jachl sich eine tüchtige Beule schlägt, schreit er auf. Aber nur wenig Zureden ist nötig, und wieder strahlt Lachen auf seinem runden Gesichtchen. --
Scheltend steht Mutter Bohn vor ihrem Häuslein, als die lustige Gesellschaft angaloppiert kommt. Ein bißchen vorsichtiger hätte Ann-Gret wohl sein sollen. Ist der Jachl auch nur ein Bauernjunge, aus Eisen ist er deshalb doch nicht. Zärtlich streichelt ihn Mutter Bohn. Wieder und wieder summt sie: »Wo will di dat noch gahn?«
Kein anderes Lied paßt wie dieses für das Bübchen. Nur immer die eine Melodie kommt Mutter Bohn über die Lippen, für die ihr hochdeutsche Worte unmöglich erscheinen:
»Putt, putt, putt min Höhneken,
Wat deist in minen Hof
Und pflückst mi all min Blömeken?
Du makst mi dat to grow.
Un's Mudder schall di schilln (schelten),
Un's Vadder schall di slahn,
Putt, putt, putt min Höhneken,
Wo will di dat noch gahn?«
Hastig muß der Jachl (viel zu warm und viel zu schnell) seinen Mehlbrei schlucken. Sein Magen darf nicht empfindlich sein; er ist es auch nicht. Kaum hat er die Mahlzeit beendet, da fallen ihm schon die Augenlider zu. Trotz der Wärme wird er unter ein schweres Federbett gesteckt.
Mutter Bohn muß in den Stall. Neben Jachl wacht der alte Schäferhund. Nichts regt sich Stunde um Stunde. -- --
Tief seufzt Mutter Bohn bei ihrer Arbeit. Vor sechs Wochen ist ihr der Kleine ins Haus geschneit. Was blieb ihr übrig, als ihn hier zu behalten? Vor die Türe konnte sie ihn doch nicht setzen. Ihre Trude wußte nicht »wohin« mit ihm. Nur gut, daß der Ohm einverstanden war. Er murrte bloß: »Nich früh genug können se hier fort in die große Stadt, aber wenn se sich ›sowas‹ da geholt hab'n, find'n se mit'n Mal wieder 'n Weg ins Dorf zurück.« --