Einige waren so freundlich, mir diesen Zeitungsabschnitt bloß mit dem Bemerken zuzusenden, ob das „a” in „Schwan” vielleicht nicht ein Druckfehler wäre, während andere in ihrer Offenheit so weit gegangen waren, das „a” gleich in den wohlklingenden Doppellaut zu verwandeln, der dann den Namen eines sehr bekannten und jetzt so besonders beliebten Tieres ergibt.
Der Gerechte muß eben vieles über sich ergehen lassen, und so konnten wir auch diesen kleinen Spott der lieben Freunde ertragen und belachen.
Noch manch anderer schöner Dampfer fiel uns im Laufe der nächsten Tage in die Hände, doch fast immer wiederholte sich dasselbe Bild, bis er nicht mehr oben schwamm und laut gurgelnd in die Tiefe sauste.
So traten wir dann, nachdem wir uns so ziemlich vollkommen verschossen hatten, nach einigen Tagen den Rückmarsch an, vielleicht konnten wir unterwegs noch auf der Rückfahrt einen oder den anderen schönen Dampfer „mitnehmen”.
So sollte es auch kommen. Noch zwei besonders stattliche Schiffe liefen uns in den Weg.
Dicht vor der Einfahrt zum Kanale trafen wir einen schwer beladenen, von Amerika kommenden Dampfer, der auf die französische Küste zuhielt mit all den schönen Sachen, die jetzt so besonders gerne aus Amerika versandt werden.
Bald begann die gewohnte Jagd und in eilendem Laufe ging es im Kielwasser hinter dem entfliehenden Feinde her.
Von vornherein schien der Kapitän sich bewußt zu sein, daß er mit seiner höchsten Fahrt uns nicht lange würde davonlaufen können, denn gleich begann er die Seitenboote auszuschwingen, um sie nachher, sobald es nottat, möglichst rasch zu Wasser lassen zu können. Unser schnelles Näherkommen gab auch uns die Gewißheit, daß die Jagd dieses Mal nicht übermäßig lange dauern würde, und wir konnten uns aus Rücksicht auf den allmählich zur Neige gehenden Proviant und Munitionsvorrat die Warnungsschüsse für spätere Gelegenheiten sparen. Plötzlich wurden an beiden Seiten dichte schwarze runde Gegenstände über Bord geworfen, deren kugelige Oberflächen im Wasser weithin sichtbar blieben. „Der Kerl wirft Minen!” meinte der neben mir stehende Steuermann, doch sahen mir selbst diese gefährlichen Gegenstände denn doch nicht ganz so aus. Wir fuhren in aller Ruhe weiter darauf zu, um sie aus nächster Nähe zu untersuchen. Und siehe da! Es waren nur die schon vorher geschnürten Zeugbündel der Besatzung, die die Leute in die Schiffsboote hatten werfen wollen. Wir erlebten es in diesem Falle zum ersten Male, daß eine ganze Besatzung eines englischen Schiffes schon von vornherein ihr Bündel geschnürt hatte, um sofort beim Anhalten durch eins unserer U-Boote mit ihren gepackten Habseligkeiten das Schiff verlassen zu können. Später wurde uns dieses ein gewohntes Bild; denn es hatte sich sicher in den Seemannskreisen der englischen Hafenstädte herumgesprochen, daß dieser und jener ihrer Kollegen beim Anhalten seines Schiffes durch ein deutsches U-Boot nicht mehr viel Zeit zum Packen der Koffer gefunden hatte.
Bald hielt denn auch der Dampfer an, und in aller Ruhe stieg die Besatzung, dieses Mal in so vorzüglicher seemännischer Ordnung, wie wir es noch nie zuvor gesehen hatten und auch später kaum noch jemals wieder zu sehen bekamen, in die Boote.
Einer unserer letzten Torpedos brachte dann dem englischen Dampfer „Flaminian” die tödliche Wunde bei.