Hier sind nur vierzehn statt fünfzehn aufgeführt; es fehlt nämlich der von Reschideddin vor Udur aufgeführte Mohammed; dafür fehlt bei Reschideddin Jetukami, welcher interpolirt scheint. Weiter ist über diese Namen zu bemerken, dass der dritte bei D'Ohsson S. 325 Berkatschar, in der Handschrift Reschideddin's auf der kais. Hofbibliothek Berktschapar, was jedoch ob Mangel der Punkte zweifelhaft und in meiner Handschrift des Dschihanguscha bei der Thronbesteigung Ogotai's Berketschiter genennet wird. Das letzte scheint das richtigste und eine Zusammenziehung von Berke kitschikter, d. i. der kleinere Berke, zu sein; der vierte, hier Juden oder vielmehr Tuden genannt, heisst bei Reschideddin Tewal; der folgende bei demselben richtiger Tschilaikun statt Tschilaun, was daraus zusammengezogen. Der hier Dschemi genannte heisst bei Reschideddin Dschintimai und ist aller Wahrscheinlichkeit derselbe mit Suntai, welchen Wassaf in dem Abschnitte: von dem Ende Tschengis Chan's und der Thronbesteigung seines Nachfolgers, mit dem Bruder Batu nennt, und welcher auch im Dschihanguscha als der Befehlshaber des zur Eroberung des Restes von Kipdschak gesandten Heeres erscheint; endlich ist vom vorletzten, Boka Timur, zu bemerken, dass derselbe beim Abul Ghasi (B. 96 der Textausgabe) Tokai Timur heisst, dass Boka Timur im Dschihanguscha im Geleite Batu's bei der Thronbesteigung Ogotai's erscheint, während nach Abul Ghasi Tokai Timur als Regent in Kipdschak zurückgelassen ward. Hierauf folgt bei Haider die Aufzählung der Chane der weissen Horde: 1) Menkai, 2) Sasi Boka, 3) Eideren Ben Sasi, 4) Tschitschai, Sohn Eideren's, 5) Urus Chan, Sohn Tschitschai's, 6) Tokatmisch Chan. Im Munedschimbaschi (auf der kais. Hofbibliothek Bl. 397) heisst 1) Sasi Boka der Sohn Tuli's, des Sohnes Orda's; ihm folgt, 2) Ebrsan, der Eideren Haider's, 3) Mubarek Chodscha, 4) Schintai, der Tschitschai Haider's, 5) Urus Chan. Hierüber ist zu bemerken, dass in den Geschlechtstafeln bei Reschideddin unter den Söhnen Orda's kein Menkai vorkömmt, welcher nach Haider's Angabe, sowie Tuli nach der Munedschinbaschi's, der Vater Sasi Boka's gewesen sein soll; nach Reschideddin war Sasi Boka der Sohn Pajan's, des Sohnes Kubindschi's, des Sohnes Sertaktai's, des Sohnes Orda's, so dass er der Ururenkel Orda's und nicht der Enkel desselben gewesen, was wohl als das richtigere anzunehmen ist. Im Abul Ghasi (S. 99 der Textausgabe) erscheint Tokatmisch als der Sohn Chodschaoghlan's, des Sohnes Tukkul's, des Sohnes Saritsche's, des Sohnes Us Timur's, des Sohnes Tokai Timur's, des Sohnes Dschudschi's.
[II. Beilage.]
Auszug aus Wassaf über den Ulus Dschudschi's.
Erwähnung der Länder Dschudschi's.
Als Dschudschi vom Dienste Tschengis Chan's zurückkehrte, so ereignete es sich alsbald, dass er wider seinen Willen zur Reise in's andere Leben, welches die eigentliche grosse Reise ist, aufbrach. Es blieben von ihm sieben Söhne[762] zurück, als eben so viele Planeten am Himmel der Chanschaft, und die Person des Reiches war gleichsam aus sieben Gliedern zusammengesetzt. Hordu, Batu, Berestai, Schekut, Berke, Berkedschar, Buka Timur. Von ihnen war Batu, ausgezeichnet vor seinen Brüdern durch Genius seines Wesens, Gerechtigkeit seines Benehmens und Freigebigkeit seiner Anlagen, der Erbe der Länder des Vaters. Vier Distrikte (Hesare) der Krongüter Dschudschi's, Gesek, Esan, Osek, Alghui, welche zusammen mehr als neun Tomane (Landes) ausmachten, untergab er der Aufsicht seines älteren Bruders Hordu; der Sammelplatz der Heere Batu's waren die Distrikte am Itil (Wolga). Er unternahm den Bau einer Stadt, deren Ausdehnung weit wie das Feld hohen Unternehmungsgeistes und diesen Fröhlichkeit sichernden Ort nannte er Serai.
Obwohl er der christlichen Secte folgte, deren Beistand und Hülfe Vernunft zuwider ist, so neigte er sich doch auf keine Seite der verschiedenen Secten hin, und war weit davon entfernt, an einer derselben halsstarrig zu halten, als das Feld der Welt durch die Thronbesteigung dieses Siegelringes der Zeiten zum Rosenfeld und das Auge der Welt durch die Lichter seiner Gerechtigkeit erhellet worden, als Zeit und Raum diese beiden Verse declamirten:
Die Welt ist hell von Deines Thrones Schatten,
Er hat die Welt verkehrt in Rosenmatten.