| Formel der Choleinsäure | C76 | H132 | N4 | O22 | |||||||
| ab | |||||||||||
| 2 At. Kohlensäure | C2 | O4 | - | - | C2 | H12 | N4 | O4 | |||
| 2 Aeq. Ammoniak | N4 | H12 | |||||||||
| Formel der Cholinsäure | C74 | H120 | O18[E32]. | ||||||||
Wenn man die so große Uebereinstimmung der Zahlenresultate der Analysen[E30][E31] [E32] mit den obigen Formeln ins Auge faßt, so wird man kaum zweifeln können, daß die aufgefundene Formel der Choleinsäure so nahe, wie man bei Analysen dieser Art Substanzen nur erwarten kann, die relative Anzahl der Atome ihrer Elemente ausdrückt, gleichgültig, in wieviel verschiedenen Formen sie auch darin vereinigt sein mögen.
28. Addiren wir nun die Hälfte der Zahlen, welche die relativen Verhältnisse der Elemente der Choleinsäure ausdrücken, zu den Bestandtheilen des Harns der Schlangen, zu den Elementen des neutralen harnsauren Ammoniaks, so erhalten wir:
| Formel der Choleinsäure | C38 | H66 | N2 | O11 | ||||||||||
| hierzu | ||||||||||||||
| 1 | Aeq. | Harnsäure | C10 | H8 | N8 | O6 | - | + | C10 | H14 | N10 | O6 | ||
| 1 | „ | Ammoniak | H6 | N2 | ||||||||||
| in Summa | C48 | H80 | N12 | O17. | ||||||||||
29. Diese Formel drückt aber aus die Zusammensetzung des Bluts, zu welchem die Elemente von 1 At. Wasser und 1 At. Sauerstoff getreten sind.
| Formel des Bluts | C48 | H78 | N12 | O15 | |||||||
| hierzu | |||||||||||
| 1 | At. | Wasser | H2 | O | - | + | H2 | O2 | |||
| 1 | „ | Sauerstoff | O | ||||||||
| in Summa | C48 | H80 | N12 | O17. | |||||||
30. Wenn wir ferner zu den Elementen des Proteins die Elemente treten lassen von 3 At. Wasser, so haben wir, bis auf 2 At. Wasserstoff, genau die Elemente der Choleinsäure und des harnsauren Ammoniaks.
| 1 | At. | Protein | C48 | H72 | N12 | O14 |
| 3 | „ | Wasser | H6 | O3 | ||
| C48 | H78 | N12 | O17. | |||
31. Betrachten wir also die Choleinsäure und das harnsaure Ammoniak als die Producte der Umsetzung der Muskelfaser, indem es keine andern Gebilde im Thierkörper giebt, welche Protein enthalten (Albumin geht in Gebilde über, ohne daß man sagen kann, daß es im Lebensproceß direct eine Umsetzung in Harnsäure und Choleinsäure erfährt), so haben wir darin mit Zuziehung der Bestandtheile des Wassers alle zu der Metamorphose nöthigen Elemente; bis auf den Schwefel und Phosphor, die sich beide oxydirt haben mögen, ist kein anderes Element ausgetreten.
Diese Art der Metamorphose bezieht sich auf die Umsetzung in den niedrigen Thierklassen der Amphibien und vielleicht der Würmer und Insecten. In den höhern Thierklassen verschwindet in dem Harn die Harnsäure, an ihrer Stelle finden wir Harnstoff.