Am 30. April, als ich in meiner Cabine erwachte, bemerkte ich, dass wir schon in Bewegung begriffen waren. Ein herrliches Wetter begleitete unsere Fahrt durch das schöne Binnenmeer, welches ich bereits auf der Herfahrt am 1. und 2. April beschrieben habe. An Fahrgästen war ausser mir noch ein Engländer, der Chef der Eisenbahnen auf der Insel Luzon (Manila), welche zur Gruppe der Philippinen-Inseln gehört, auf dem Schiffe, und so konnte ich noch eine zweite Cabine zur Unterbringung meines Gepäckes erhalten.

Der Commandant des Lloyddampfers Marquis Bacquehem ist der Capitän Androvich. Der Dampfer gleicht vollkommen dem Schiffe Marie Valerie, mit welchem ich die Reise von Bombay nach Kobe zurücklegte, und welches ich in einem vorhergehenden Abschnitte zu schildern Gelegenheit hatte.

Anbei folgt ein Verzeichniss sämmtlicher Ausgaben, Einkäufe natürlich nicht miteingerechnet, welche ich während meines 28tägigen Aufenthaltes in Japan gemacht habe, wobei ich hervorheben muss, dass ich stets in den ersten Hôtels abstieg und es mir auch sonst an nichts fehlen liess.

Auslagen in Japan.

I. In Kobe 3½ Tage Aufenthalt:
Yen Centsfl.kr.
Fahrt für mich und Transport des Gepäckes in's Hôtel3360
Zweimal Theehausbesuch und Tanzvorstellungen550660
Fahrt nach Osaka, dort Tiffin und zurück650780
Rikschas und Schiffsleute4480
Hôtel, Pension per Tag 7 Yen, Getränke, drei Einladungenund Trinkgeld38504620
Fahrt und Fracht von Kobe nach Kioto, von Hôtelzu Hôtel550660
II. In Kioto 5 Tage Aufenthalt:
Einmal Theater- und einmal Theehausbesuch mit Tanzvorstellung650780
Hin- und Rückfahrt nach Mukömachi und nach Nara8960
Rikschas, Wäsche, Eintrittsgelder für Besichtigungen56
Hôtel, Pension per Tag 5½ Yen, Getränke, Einladungen384560
Fahrt und Fracht von Kioto nach Yokohama von Hôtelzu Hôtel161920
III. In Yokohama 5½ Tage Aufenthalt:
Fahrt nach Tokio und zurück nebst Wagen, Fahrtnach Yamakura und zurück10501260
Rikschas und Wäsche6720
Hôtel, Pension per Tag 8 Yen, nur für ¾ Tag und Getränke6720
Gäste im Hôtel zum Diner nebst Trinkgeldern485760
Fahrt von Yokohama nach Tokio und in das Gesandtschaftshôtel56
IV. In Tokio 8½ Tage Aufenthalt:
Fahrt hin und zurück in das Militärmuseum und nachYokohama6720
Rikschas mit zwei Leuten, Wagen zu Audienzen,Wäsche20502460
Trinkgelder131560
Fahrt von Tokio nach Yokohama und von da nachKobe, Wagen in das Hôtel175021
V. In Kobe 2½ Tage Aufenthalt:
Eine Fahrt nach Himeji und zurück650780
Rikschas und Schiffsleute3360
Hôtel, Pension per Tag 7 Yen, dazu noch Einladungenund Getränke2530
Gesammtsumme 30350 36420

Wenn ich nun noch für 8½ Tage in Tokio die Hôtelrechnung sammt Getränke reichlich mit 10 Yen = 12 fl. per Tag berechne, so müsste ich zu meinen Auslagen noch 85 Yen = 102 fl. hinzufügen. In Yokohama, wo ich allerdings auch nicht im Hôtel wohnte, habe ich für grössere Diners so viel ausgegeben, als mein Aufenthalt im Hôtel für 5 Tage gekostet hätte, es ist dies daher zur Bestimmung der allgemeinen Auslagen nicht in Anschlag zu bringen.

Der vollen Klarlegung der Ausgaben halber habe ich noch zu bemerken, dass ich durch Geldwechslung und die Berechnung des bei der Chartered Bank of India, China and Japan behobenen Geldes einen Abzug von 30 Yen = 36 fl. erlitten habe. Es stellen sich daher meine Auslagen auf 333 Yen 50 Cent = 400 fl. 20 kr., und wenn ich die mir erspart gebliebene Hôtelrechnung in Tokio dazu rechne, so hätten sich die Gesammtauslagen für 28 in Japan verlebte Tage auf rund 500 fl. belaufen.

Am 1. Mai langten wir in der Gegend von Shimonoseki und Moyi an, landeten aber bei Moyi, weil der Dampfer dort 500 t Kohlen zum eigenen Gebrauche und 500 t Reis zur Verfrachtung aufnehmen wollte.

Ich fuhr mit dem Schiffsarzte auf der Dampfbarkasse des Lloydagenten nach Shimonoseki, um diesen kleinen Ort zu besichtigen.

Nach meiner Rückkehr zum Schiffe sah ich zeitweise der Einladung von Kohle und Reis zu. Die anhaltende Arbeitskraft und die Geschicklichkeit der Japaner ist hierbei staunenerregend. Das Einladen der Kohle erfolgt korbweise durch eine von Männern und einigen Frauen gebildete Kette. Die Kohle ist recht schlecht, verflüchtigt mit dem Rauche und hinterlässt viel Rückstand; allein sie ist auch ausserordentlich billig, was der fabelhaft billigen Arbeitskraft in Japan zuzuschreiben ist. Der Reis wird in Säcken mit Krahnen aus den kleinen Frachtschiffen in die unteren Räume des Dampfschiffes gebracht. Der japanische Reis gehört einer so kleinen Gattung an, wie selbe in Europa nicht vorkommt.