[33] Maigaard, Geogr. Zeitschrift, Bd. 9, Kopenh. 1888, Seite 90.
[34] Wie weit die Höhenbestimmung (7525 engl. Fuß) ganz korrekt ist, ist schwer zu sagen, da sie nur auf Observationen beruht, die mit dem Aneroidbarometer gemacht sind. Obwohl wir auf unserer Wanderung 3 vorzügliche Aneroidbarometer bei uns hatten, die eigens für unsere Zwecke in London verfertigt waren, so würden wir doch, falls wir nicht die tägliche Kontrolle mit dem Kochbarometer gehabt hätten, die Höhe viel zu hoch angeschlagen haben (was ich auch gleich anfangs in meinem Brief von Godthaab aus an Etatsrath Gamél that, als die Kochbarometer-Observationen noch nicht ausgerechnet waren). Merkwürdigerweise sanken und stiegen alle 3 Barometer völlig regelmäßig und übereinstimmend mit einander und nahmen, als wir die Meeresfläche wieder erreichten, ungefähr wieder denselben Stand ein, den sie gehabt hatten, als wir die Ostküste verließen. Hieraus ersieht man, daß man sehr vorsichtig sein muß, Observationen, die ausschließlich mit dem Aneroidbarometer gemacht sind, ein allzu großes Gewicht beizulegen.
Die angegebene Höhe scheint indessen, falls die Entfernung von der Küste richtig ist, keineswegs zu hoch berechnet zu sein. Wir haben schon in einer Entfernung von 15 Meilen (110 km) von der Ost- und 22 Meilen (160 km) von der Westküste eine solche Höhe erreicht, und die Steigerungsverhältnisse müssen, meiner Ansicht nach, zwischen dem 69. und 70. Breitengrad ungefähr dieselben sein.
[35] Hier mag erwähnt werden, daß Kapitän Hovgaard, der Leiter der Dijmphna-Expedition, nachdem was er mir kürzlich selbst mitgetheilt hat, vor einer Reihe von Jahren einen Antrag an das Ministerium einreichte, der darauf hinausging, daß die beabsichtigte Frauenbootsexpedition an die Ostküste mit einer mit Hundeschlitten auszurüstenden Expedition über das Inlandseis von der Ost- bis zur Westküste verbunden werden möge, was er mit Leichtigkeit ausführen zu können meinte. Dem Plan scheint keine weitere Aufmerksamkeit geschenkt worden zu sein.
[36] „Grönlands Inlandseis“, „Naturen“. Bergen 1888.
Kapitel XVII.
Wir verlassen die Ostküste.
ie ersten Tage nach unserer Eiswanderung wurden, wie oben erwähnt, zur Instandsetzung unserer Ausrüstung benutzt. Wir hatten bedecktes, mildes Wetter mit Regen, weshalb wir unseren Aufbruch nicht beeilten; wir hofften auf klares Wetter mit Nachtfrösten. Zu unserer Ernährung bedienten wir uns in diesen Tagen im wesentlichen der Seevögel, die wir während unserer Bootsfahrt an der Ostküste entlang geschossen hatten, und die wir bis dahin aus Mangel an Zeit nicht verzehren konnten. Sie mundeten ganz vorzüglich; es war ein köstlicher Anblick, uns auf dem Berge um den Kochtopf herum — der aus einem Blechkasten bestand, in dem wir Brot gehabt hatten — lagern zu sehen; mit den Fingern holten wir uns dann je einen Vogel aus der Brühe, rissen ihn auseinander und verzehrten ihn mit Hülfe der Zähne und Finger. So moderne Einrichtungen wie Gabeln hatten wir selbstredend nicht; ich kann auch aus eigener Erfahrung versichern, daß dies ganz überflüssige Geräthschaften sind, — die Gabeln, die wir vom lieben Gott bekommen haben, sind außerordentlich praktisch, wenn man sie nur nicht in allzuheiße Kochtöpfe hineinsteckt; aber darin gewinnt man gar bald Uebung.
Am 14. August wurde das Wetter besser, und nun beschlossen wir, Ernst aus der Sache zu machen. Nach Sverdrups und meiner Ansicht ließ sich das Inlandseis am besten von dem Berge aus erreichen, auf dem wir in jener Nacht gewesen waren, d. h. falls derselbe von der See aus einigermaßen zugänglich war.