Aber ach so tot, so öde! Nirgends ein Schneeschuhläufer, nirgends eine Schneeschuhspur zu sehen. Gab es denn hier keine Menschen? Doch da lagen ja viele Gehöfte. Aber die Männer verschlafen wohl in dieser Gegend des Landes den größten Teil des Winters. Dunkel und leblos stehen die Gehöfte auf dem weißen Schnee; nur der Rauch steigt träge aus den Schornsteinen auf. Die Weiberleute arbeiten, während das Mannsvolk in den Stuben herumhockt. Draußen breitet sich eine glänzende Schneeschuhbahn, und im Gebirge gibt es Wild genug. Welches Winterleben könnte sich hier entfalten, wenn sie nur die Schneeschuhe gebrauchen lernten!..
Weiter ging es an schneebedeckten Abhängen entlang, über fischreiche Wasser, die unter Eis und Schnee schliefen und auf den Sommer warteten. Und dann durch kleine schöne Wälder. Hier und da lief eine Hasenspur über den Weg. Puß hatte es jetzt schwer, im Schnee vorwärtszukommen, der Arme.
Nach und nach holte ich die Männer mit meinen Schneeschuhen soweit ein, daß ich sie in den Windungen der Straße erkennen konnte. Ich begann zu springen und erreichte sie auch wirklich.
Welcher Jubel, die Schneeschuhe unter den Füßen zu fühlen — und erst, wenn ich eine Anhöhe hinabsauste! Das war wahrhaftig ein anderes Leben, als in Bergen durch Regen und Schmutz zu waten. Die Schlitten waren bald außer Sicht.
Aber dort war Gelegenheit zu einem schönen Sprung über den Weg. Die Lust, die alten Künste zu probieren, erwachte mit einem Male: erst hinauf und dann hinunter. O wie gut es tut, sich dem Himmel näher zu fühlen! Aber der Rucksack muß herunter. Noch höher, noch geschwinder, und nun — hopp — wie eine Möwe herabschweben! Ja, man fühlt: noch ist Kraft und Saft in den steifgewordenen Gliedern.
Doch nun war es mit einem Male auf den Höfen ringsum lebendig geworden. Wie im Frühjahr die Ameisen aus dem Bau, so wimmelten sie heraus, Junge und Alte; alle mußten sie sehen, was das war, das da oben sprang.
Ich hatte Durst bekommen und steuerte dem nächsten Gehöft zu. Und nun gab es wieder ein Wettrennen in das Haus hinein. Einer vor dem andern, alle auf einmal; nur ein alter Mann stand noch da, als ich ankam.
„Wie heißt dieser Hof?“
„Du kannst aber schneeschuhlaufen.“
„Wie weit ist es wohl bis Gudvangen?“