Da warf mir Bjöberg einen scharfen Blick zu und fragte:
„Kannst du denn das Essen auch bezahlen?“
Ich erwiderte: „Freilich will ich bezahlen!“ Und da bekam ich denn etwas gekochtes Fleisch.
Er hielt mich für einen Landstreicher, für deren Beköstigung sie auf diesen Berghöfen vom Staate Bezahlung erhalten. Es konnte ja nicht anders sein, wenn einer in der Winterszeit hier auf Schneeschuhen daherkam, den Rucksack auf dem Rücken und mit so einem Hund! Aber jetzt hatte der alte Bjöberg-König eine andere Ansicht von mir bekommen. Er wußte gar nicht, was er alles mit mir anstellen sollte.
Ja, es war ein gemütlicher Mittag. Es ist eigentümlich: wenn Jäger zusammenkommen, gibt es nicht viele Umstände; sie sind gleich gute Freunde. Und manche Jagdgeschichte würzte das Mahl.
Die beiden Männer drangen immer mehr in mich, ich möchte dableiben und mit auf die Schneehuhnjagd gehen. Flinte und Patronen sollte ich erhalten, und schöne Hühner gebe es genug. Wahrhaftig, es gehörte weniger dazu, ein Jägerherz in Brand zu setzen. Aber unterwegs begann ich unschlüssig zu werden. War es nicht doch das beste, weiterzuziehen, um zu dem Schneeschuhwettlauf zu kommen, den ich mir nun einmal in den Kopf gesetzt hatte? Und so leid es mir tat, nahm ich Abschied von diesen gemütlichen Menschen, dankte für all ihre Gastlichkeit und zog weiter übers Gebirge nach dem Hemsetal zu.
Ich hatte mir’s in Bjöberg doch zu bequem gemacht. Es dämmerte schon, die Sterne traten allmählich hervor, und der neue Mond stand im Süden über dem Gebirge. Als ich an dem stillen Abend weiterwanderte, hörte ich von der andern Seite des Tals herüber aus den Weidengebüschen das Gack-gack-gack-gack der Schneehühner. Sie waren wohl dabei, sich für die Nacht eine Unterkunft zu suchen.
So eine Bewirtung mag recht gemütlich sein, aber es fragt sich, ob sie für den gut ist, der weiterwandern soll. Ich habe sonst eine gute Lebensregel: Trink nicht viel und rauche nicht, wenn du einen langen Weg vor dir hast. Heute hatte ich beides getan. Aber ich fühlte es auch wie Blei in den Gliedern.
Es war spät, als ich Tuf im Hemsetal erreichte. Da ich entschlossen war, am selben Abend noch weiterzukommen, um wenn möglich am nächsten Tag Gulsvik zu erreichen, wollte ich hier am liebsten ein Pferd haben.
Die Lampe unter dem Balkendach erleuchtete matt den großen Raum, in den ich trat. Um den Tisch herum saß eine ganze Gesellschaft, meist Pferdehändler, die Karten spielten. Man schlug auf den Tisch, und das Geld klirrte. Ich wurde sogleich eingeladen mitzutun, zog es aber vor, weiterzukommen. Es gab saure Gesichter, daß man so spät noch heraussollte; aber ein Pferd bekam ich. Die Fahrt in dieser sternklaren Nacht war etwas kalt, leicht angezogen und müde wie ich war. Aber ab und zu ein Dauerlauf half darüber hinweg.