Den ganzen Tag durchstreiften wir das Gebirge, ohne viel zu finden; nur hier und da einen vereinzelten Hahn. Erst als wir auf die höchsten Bergrücken kamen, fanden wir einige kleine Hühnervölker. Aber der Wind ging so stark, daß Hunde und Mann weggeweht wurden, und Haraldset wurde beinahe umgeblasen, als er eine scharfe Wendung machen wollte, um ein Schneehuhn zu schießen. Klein-Jompa überschlug sich, als er im Weidengebüsch vorlaufen wollte, und es sah so aus, als sollte der arme Knochenmann mitten entzwei geblasen werden.

Die Schneehühner hielten schlecht und strichen vor dem Winde ostwärts über die Berge, soweit wir sehen konnten; Haraldset meinte, geradewegs nach Schweden hinein. Viel Beute machten wir nicht. Auch einen Hasen sahen wir hoch oben auf dem höchsten Gipfel, aber wie eine Wollflocke sauste er davon.

Diesen Haraldset muß ich bewundern. Niemals bin ich mit einem Bauernjäger zusammen gewesen, der sich so auf die Dressur von Hühnerhunden verstand und ein so guter Flugschütze war. Ein tüchtiger Kerl im Gebirge, wenn es galt, die Schneehühner aufzuspüren, und ausdauernder zu Fuß als die meisten, das merkte ich heute. Aber wahrhaftig, gut ist er auch in der Sennhütte. Ein frisches Wesen geht von ihm aus, und er bringt Leben mit sich. Es nimmt kein Ende, was er alles erzählen kann von dem, was er in Wald und Gebirge, meist auf der Jagd, gesehen und erfahren hat, und die Worte fehlen ihm nicht.

Waldvögel und Schneehühner hat er viele geschossen und gefangen. Hasenjagd hatte er stark betrieben und gute Hunde gehabt. Am eifrigsten aber ist er hinter dem Fuchse hergewesen.

„Ich und der Bäcker,“ erzählte er, „der Bäcker Johannes dort unten in Nes, weißt du, wir waren oft hinter dem Fuchse her. Ich habe wahrhaftig manche muntere Fuchsjagd mitgemacht. So waren wir eines Jahres, ich und der Bäcker, zusammen im Gebirge oberhalb Dökkji. Wir hatten zu der Zeit zwei höllisch gute Hunde.

„Ja, das gab ein Gebell, als wir sie losließen. Aufwärts ging’s und ins Gebirge hinein in fliegender Hatz, und dann wieder ein langes Stück zurück.

„Wir wechselten gern die Hunde mitten in der Jagd. Wenn der erste Hund sich und den Fuchs müde gejagt hatte, dann ließen wir den andern los. Dann aber ging’s Reinecke schlecht, und er schlüpfte unter die großen Blöcke der Steinhalde; er wußte sich nicht mehr zu helfen. Der Hund aber bellte, daß es weithin schallte, und bald waren wir dann auch da. Ja, da standen wir und überlegten.

„Wir hatten die Hunde gekoppelt und die Flinten weggelegt. Ich mußte in die Steinhalde hineinkriechen und nachsehen, wie es ausschaute, und ich stach mit einem Stocke hinein, und damit traf ich auf etwas Weiches. In demselben Augenblick schlüpfte der Fuchs durch ein Loch auf der andern Seite der Steinhalde heraus — ein Sprung über einen großen Stein, und fort war er. Ich auf, faßte die nächste Flinte, es war die Schrotflinte vom Bäcker, und feuerte sie ab, fehlte aber, da ich nicht an sie gewöhnt war, weißt du.