[295] Am besten wird man sich über den Lebensgang von Berzelius durch seine selbstbiographischen Aufzeichnungen unterrichten lassen. Sie wurden im Auftrage der Schwedischen Akademie der Wissenschaften von H. G. Söderbaum herausgegeben. Eine deutsche Bearbeitung verdankt man G. W. A. Kahlbaum (Monographien aus der Geschichte der Chemie, Heft 7). Seine wissenschaftlichen Arbeiten hat Berzelius in der Selbstbiographie allerdings nur gelegentlich erwähnt. Etwas eingehender kommt er auf die Untersuchungen über die bestimmten Proportionen zu sprechen. Dies geschieht unter besonderer Anerkennung der Verdienste Richters (siehe S. 176 u. f. dieses Bandes).
[296] Einen wichtigen Einblick in die Geschichte der neueren Chemie gewährt auch der Briefwechsel von F. Wöhler und J. Berzelius. Herausgegeben von O. Wallach, Leipzig. Verlag von Wilhelm Engelmann, 1901. 2 Bände. Dieser Briefwechsel umfaßt den für die Entwicklung der Chemie hochwichtigen Zeitraum von 1824 bis 1848. Die Briefe enthalten zwar viel Persönliches, sie bieten aber auch zahlreiche Aufschlüsse über die Vorgeschichte wichtiger Entdeckungen, sowie über die Gedankengänge und die Arbeitsweise der beiden großen Forscher. Näheres darüber siehe im 4. Bande dieses Werkes bei Wöhler.
[297] Dieser für die genauere Kenntnis der Entwicklung, welche die neuere Chemie genommen, sehr wertvolle »Briefwechsel« wurde im Auftrage der Königl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen von O. Wallach in zwei umfangreichen Bänden herausgegeben.
[298] Berzelius, Lehrbuch der Chemie, Bd. III, 1161. 5. Aufl.
[299] Die heute geltenden Zahlen sind in Klammern beigefügt.
[300] Es bildet sich salpetersaures Blei, dessen Zusammensetzung durch die Formel Pb(NO3)2 wiedergegeben wird.
[301] Das salpetersaure Blei zerfällt beim Erhitzen in Bleioxyd, Sauerstoff und Stickstofftetroxyd: Pb(NO3)2 = PbO + N2O4 + O.
[302] Das braune Oxyd oder Bleisuperoxyd ist nach der Formel PbO2 zusammengesetzt; es bildet sich durch Behandeln von Mennige mit Salpetersäure: Pb3O4 + 4 HNO3 = 2 Pb(NO3)2 + PbO2 + 2 H2O. Die Mennige läßt sich als eine Verbindung von Bleioxyd und Bleisuperoxyd auffassen: Pb3O4 = 2 PbO.Pb_O2.
[303] Daher lauten die entsprechenden Formeln für das gelbe und das braune Oxyd PbO und PbO2. Mennige besitzt eine etwas schwankende Zusammensetzung. Die Formel Pb3O4, die man der Mennige beilegt, würde auf 100 Teile Blei nur 10,3 Teile Sauerstoff ergeben.