[372] Ernst Haeckel wurde 1834 in Potsdam geboren. Er wirkte seit 1862 als Professor der Zoologie in Jena. Haeckels Arbeiten liegen insbesondere auf dem Gebiete der wissenschaftlichen Erforschung des niederen marinen Tierlebens (Schwämme, Medusen, Korallen, Planktonstudien). Haeckel schuf ferner die Grundlagen einer auf der Entwicklungslehre fußenden theoretischen Biologie. Auch erwarb er sich große Verdienste um die Popularisierung der Zoologie (Kunstformen der Natur 1904; Indische Reisebriefe 1883). Seine wichtigsten Werke sind die generelle Morphologie 1866 und die Anthropogenie oder natürliche Stammesgeschichte des Menschen 1874.

[373] Daß Anklänge an das biogenetische Grundgesetz, wie es Haeckel formuliert hat, sich in der älteren Literatur finden, zeigte vor kurzem J. H. F. Kohlbrugge im zoologischen Anzeiger Bd. 38 (1911) S. 447. Wenn danach schon früher von Forschern wie Meckel die Embryogenie als eine Wiederholung der Zoogenie oder Morphogenie aufgefaßt wurde, so darf man doch nicht vergessen, daß man die Entwicklung der Formen meist nicht als ein allmähliches Entstehen der einen Form aus der anderen, sondern als einen Zusammenhang der in der Natur waltenden schöpferischen Ideen betrachtete.

[374] S. S. 249 dieses Bandes.

[375] E. Haeckel, Gastraeatheorie. Jenenser naturwiss. Zeitschrift 1874.

Gegen Haeckels Gastraeatheorie wurde sofort von dem bedeutenden Wiener Zoologen C. Claus eine Reihe von Einwänden erhoben. Trotzdem besitzt die Theorie noch heute in wissenschaftlichen Kreisen Anhänger.

[376] C. Bergmann und R. Leuckart, Anatomisch-physiologische Übersicht des Tierreichs. Vgl. Anatomie und Physiologie, Stuttgart 1852.

[377] W. Roux, Programm und Forschungsmethoden der Entwicklungsmechanik der Organismen. Leipzig, W. Engelmann 1897.

[378] Über die hierfür von Roux und Driesch gegebenen Erklärungen findet sich das Nähere in W. Roux: Vorträge und Aufsätze über Entwicklungsmechanik der Organismen. Heft I: Die Entwicklungsmechanik, ein neuer Zweig der biologischen Wissenschaft. Leipzig, W. Engelmann 1905.

[379] Siehe Bd. III. S. 82-90.

[380] Karl Friedrich Gärtner war der Sohn des um die Morphologie der Blüte hochverdienten Joseph Gärtners (Bd. III. S. 352). Karl Friedrich Gärtner lebte als Arzt in Calw (Württemberg), wo er 1850 starb. Sein Hauptwerk erschien 1849 unter dem Titel: Versuche und Beobachtungen über die Bastarderzeugung. Als Einleitung zu diesem Buche erschienen im Jahre 1844 Gärtners »Versuche und Beobachtungen über die Befruchtungsorgane der vollkommeneren Gewächse und über die natürliche und künstliche Befruchtung durch den eigenen Pollen.«