Vor einigen Tagen, ungefähr einer Woche, begegnet mir Landolphe, und ich merkte an der verlegenen Art, worin er mich und meine Frau grüßte, daß etwas „faul“ war im Zustand unseres ami chevaleresque, unseres Bayard von der Montagne. Eh bien![2] Landolphe und Louis Blanc haben sich mit dem Komitee Willich-Schapper vereint, aus dem Herr Adam ausgetreten ist! Und vierzehn Tage vorher schimpfte Landolphe noch weidlich über Barthélemy und erzählte ich ihm die Affäre der Herren Willich und Schapper. Qu’en dis-tu?[3] Mit keinem Worte haben die Biedermänner mich vorher unterrichtet.

Du stellst Dir leicht vor, wie Willich und Schapper in ihrer Vorstellung gewachsen sind und wie sie uns geschlagen wähnen!

Aber wir werden sie anders schlagen. Wir sind auf dem kürzesten Wege, den Unteroffizier und Zimmermann Willich verrückt, literaliter[4] verrückt zu machen.

Du erinnerst Dich des Briefes, den Schramm im Namen von Becker [in Köln] an Willich schrieb, worin er ihm die Militärdiktatur anbot, die Presse abschaffte und leichte Schlagschatten auf Schappers Moralität warf.

Eh bien! Willich ist in die Falle gegangen. Er hat Becker bombardiert mit Briefen, er hat auch schon einen Emissär zur Absendung bereit, hat sich ganz schon das herrische Wesen eines Cromwell II. angeeignet, ist auffahrend geworden, duldet keinen Widerspruch mehr und hat dem Becker den Auftrag gegeben, eine Revolution in Köln zu machen, wonach er sich bereit erklärt, die oberste Leitung zu übernehmen. Ich werde von Becker in einigen Tagen die Briefe von Willich erhalten und dann die Minen springen lassen.

Hier ganzer Schwarm von neuem demokratischen Gesindel, aus Brüssel vertriebene Franzosen, Heise aus Kassel, Oppenheim aus Brüssel, Günther aus Frankfurt usw. Von letzteren jedoch habe ich glücklicherweise keinen gesehen.

Du hast doch meinen letzten Brief erhalten?

Dein K. M.


[1] Hellseher.