Übrigens hatte Wellington im spanischen Kriege mehr Einsicht in die napoleonische Kriegskunst als die Nationen, denen Napoleon die Überlegenheit dieser Kriegskunst auf den Rücken schrieb. Während die Österreicher rein konfus wurden, und die Preußen, weil ihr Verstand n’y voyait que du feu,[6] den Blödsinn und die Genialität für identisch erklärten, wußte Wellington sich ganz geschickt zu benehmen und sich vor den Schnitzern zu hüten, die die Österreicher und Preußen machten. Er machte keine napoleonischen Manöver nach, aber er machte es den Franzosen unendlich schwer, ihre Manöver bei ihm zu applizieren. Er machte keinen einzigen Fehler, wenn er nicht aus politischen Rücksichten mußte; dafür habe ich aber auch noch nicht das geringste entdeckt, wo er nur einen Funken von Genie bewies. Napier selbst weist ihm Gelegenheiten nach, wo er geniale Coups von entscheidender Wirkung tun konnte und nicht daran dachte. Er hat – soweit meine Erfahrung geht – nie eine solche Gelegenheit zu benutzen verstanden. Er ist groß in seiner Art, nämlich so groß, wie man es sein kann, ohne aufzuhören, mittelmäßig zu sein. Er hat alle Eigenschaften des Soldaten, sie sind alle gleichmäßig und merkwürdig harmonisch ausgebildet; aber eben diese Harmonie verhindert jede einzelne dieser Eigenschaften an wirklich genialer Entfaltung. Tel soldat, tel politique.[7] Sein politischer Busenfreund Peel ist gewissermaßen sein Abklatsch. Beide repräsentieren den Toryism, der bon sens[8] genug hat, mit Anstand eine Position nach der anderen aufzugeben und sich in die Bourgeoisie aufzulösen. Es ist der Rückzug nach Torres Vedras. Voilà Wellington.

Dein F. E.


[1] Ungeeignet.

[2] Nüchternheit.

[3] Gesunde Menschenverstand unfähig [wäre].

[4] Hartnäckigkeit, störrische Ausdauer.

[5] Platz, wo geboxt wird.

[6] Bei ihr nur das Feuer sah.

[7] Wie der Soldat, so die Politik.