Voilà tout ce que j’ai à rapporter pour le moment.[3] Mit den 160 amerikanischen Pfunden hat Kinkel teils direkt, teils durch seine Anhänger den „Respektablen“ und den „hommes d’état“[4] eine gewaltige Meinung von seiner Macht und seinen Verbindungen beizubringen gewußt. Der edle Willich aber hat durch Auflösung des Windmillkomitees das solideste Band zerrissen, das ihn mit der „Canaille“ verklitterte. Maintenant,[5] was Dich anbetrifft, so ist es positiv, daß Fischer Dich ausdrücklich genannt unter den Paten der 160 Pfund. General Sigel und Goegg teilten das angeblich au secret[6] ihrem Freund Schabelitz mit, in der Tat aber, wie ich glaube, um es Dir zukommen zu lassen. Nach meiner Ansicht hast Du nichts zu tun, als Herrn Kinkel zu schreiben, Du habest aus New Orleans die Nachricht über die Geldsendung und Deine Mitzurateziehung bei Verwendung desselben erhalten. Du fragtest ihn simplement, was mit dem Gelde geschehen oder beabsichtigt sei. Die Adresse Kinkels ist: Dr. phil. (so schreibt er sich auf seinen Visitenkarten) Kinkel, 1 Henstridge Villas, St. Johns Wood. Ich werde Dir zum Spaß einmal eine solche Visitenkarte zuschicken, die ganz Inhalt und Form einer Londoner Reklame für Heilung von Krähenaugen and so forth[7] hat.
Damit ich das große Ereignis nicht vergesse. In der Nummer vom 13. August kündet der unglückliche Heinzen an, daß Otto seine Kapitalien zurückgezogen und so er allein mit seinem geistigen Kapital zurückgeblieben, womit in dem industriellen Amerika ein Blatt nicht erscheinen könne. Er schreibt also eine Elegie über den Fall Hektors vor der Zeit. Und in derselben Nummer fordern Hoff und Kapp zu Aktienzeichnungen für eine neue Zeitung auf, die an die Stelle der Schnellpost treten solle. Und wie das Schicksal wunderliche Nücken hat, macht gleichzeitig die Staatszeitung dem edlen Heinzen – unter Enthüllung vieler seiner Geldgemeinheiten – einen Prozeß wegen Verleumdung, der ihn, wie er vorhersieht, in ein „Sittenverbesserungshaus“ bringen wird. Le pauvre Heinzen! Auch ist dieser große Mann jetzt moralisch entrüstet über Amerika und die „gemütsarmen Yankees“ und die „Deutsch-Amerikaner“, die ihnen nachschlagen, statt an der „Humanisierung der Gesellschaft“ zu arbeiten und für die großen politisch-sozialen Enthüllungen Arnold Ruges sich zu begeistern ...
Du hast sicher schon längst aus den Journalen ersehen, daß Girardin sich mit Ledru-Rollin liiert. Der glaubte auch schon der künftige französische Großmogul zu sein. Nun hat sich aber ein Gegenkomitee Lammenais-Michel (de Bourges)-Schölcher gebildet, das die „Vereinigten Staaten von Europa“ durch die romanischen Völker – Franzosen, Spanier, Italiener – bewirken will, woran sich dann die Deutschen usw. anzukristallisieren haben. – Also, die Spanier (!) sollen uns zivilisieren! Mon Dieu, das übertrifft nach den Karl Heinzen, der die Feuerbach und Arnold Ruge unter die Yankee zur „Humanisierung“ einführen will. Der „Proscrit“ von Ledru-Rollin attackierte bitter das rivalisierende Komitee. Sie antworteten ihm mit gleicher Münze. Was aber noch bitterer für den Großmogul in partibus[8] ist: In Paris fand ein Konklave der ganzen Presse statt. Der Proscrit war auch durch einen Deputierten vertreten. Zweck: Einigung über einen gemeinschaftlichen Präsidenten. Der Proscrit fiel mit seinen Anträgen durch, und es wurde rein herausgesagt, die Herren in London hätten gut schwatzen, aus Frankreich selbst müsse das Erforderliche für Frankreich geschehen, Ledru-Rollin schneide sich sehr, wenn er sich für „die wichtige Person“ halte, wofür ihn Mazzini ausgibt.
Übrigens trennte sich der Konklave unter Skandal und ohne Resultat. Die einheitssüchtige Demokratie gleicht sich überall wie ein Ei dem anderen.
Addio!
Dein K. M.
[1] Theaterspieler.
[2] Erstens.
[3] Das ist alles, was ich im Augenblick zu berichten habe.