Er schließt damit:
„Welche nationalen, welche prinzipiellen Verschiedenheiten die große Partei der Revolution immerhin spalten mögen – wir alle haben gelernt, daß zur Bekämpfung dieser verschiedenen Ansichten untereinander die Stunde erst nach dem Siege gekommen ist“ usw.
Was meinst Du von dieser Berechnung?
Techow setzt voraus, daß die Desorganisation auf Seite der regulären Armee und die Organisation auf Seite der revolutionären Streitkräfte sich befinden wird. Das bildet die Basis seiner Rechnung. Doch Du wirst besser über diese Statistik urteilen können als ich.
Was aber die eigentlich politische Tendenz dieses Aufsatzes ist, die in der Ausführung noch klarer durchblickt, so ist sie die: Es bricht gar keine Revolution aus, das heißt kein Parteikampf, kein Bürgerkrieg, kein Klassenzwist, bis nach Beendigung des Krieges und dem Sturze Rußlands. Um aber diese Armee für den Krieg zu organisieren, da bedarf es der Gewalt. Und woher soll die Gewalt kommen? Vom General Cavaignac oder einem ähnlichen militärischen Diktator in Frankreich, der seine Generale in Deutschland und Oberitalien hat. Voilà la solution,[3] die nicht sehr weit von Willichs Ideen abliegt. Der Weltkrieg, das heißt, im Sinne des revolutionären preußischen Leutnants, die Herrschaft wenigstens provisorisch des Militärs über das Zivil. Wie aber ein General quelconque,[4] und stände der alte Napoleon selbst aus dem Grabe, nicht nur die Mittel, sondern auch diesen Einfluß erhalten soll, ohne vorhergehende und gleichzeitige innere Kämpfe, ohne die verdammte „innere Politik“, darüber schweigt das Orakel. Wenigstens der fromme Wunsch des künftigen Weltkrieglers, der seinen angemessenen politischen Ausdruck exakt findet in den klassenlosen Politikern und Demokraten als solchen, ist rein herausgesagt.
Lebe wohl!
Dein K. M.
Soeben habe ich Deinen Brief erhalten, was ich hier noch anzeige.
NB. Du weißt doch, daß der Stechan oder Steckhahn in Hannover verhaftet war und, ehe er in unsere Verbindung trat, mit dem Komitee Schapper usw. in Korrespondenz stand. Nun sind zwei Briefe, die er an den Sekretär Dietz dieses Komitees schrieb und die dieser erhalten hatte, jetzt befindlich auf dem Bureau des Polizeiinspektors in Hannover. Ulmer war nun von uns beauftragt, Herrn Dietz und Komp. darüber zu interpellieren nächsten Freitag in der öffentlichen Sitzung des Flüchtlings- oder Emigrationsvereins. Wir haben wieder Konterorder gegeben. Stechan ist durchgebrannt. Also auf dem Wege nach London oder schon hier. Und wer bürgt uns dafür, daß Stechan nicht zu unseren Feinden geht, statt zu uns?
Deine Handelsnachrichten haben mich äußerst interessiert.