184

21. August 1852.

Lieber Marx!

Heute abend wird der Schluß Deines Artikels übersetzt und morgen oder Donnerstag der Artikel Germany gemacht. Charles ist auf einige Tage verreist und ich habe viel auf dem Kontor zu tun, so daß ich oft abends ganz wirr im Kopfe bin.

Für die kriegsgeschichtlichen Sachen meinen Dank. Kannst Du vielleicht gelegentlich auf dem Britischen Museum nachsehen, ob dort 1. die österreichische militärische Zeitschrift seit 1848, 2. das preußische Militär-Wochenblatt, die Berliner Wehrzeitung, 3. noch sonstige militärische Zeitschriften, besonders Revuen – auch französische – seit 1848 an, sich befinden? Auch eine Kollektion der Augsburger Allgemeinen Zeitung besonders seit 1850. Diese Sachen sind mir sehr nötig, und wenn es irgend angeht, würde ich Zeit zu finden suchen, sie dort durchzuochsen, wenn ich so weit bin.

Die Posse Willich-Schily muß heiter abgelaufen sein. Pauvre Willich, wie oft wird er sich unter den ihn hetzenden Biedermännern in die Gesellschaft des roten Wolf zurückwünschen!

Harneys Gestirn der Freiheit ist also Todes verblichen?

Die Krisis scheint allerdings kommen zu wollen, wenn auch die neulichen Failliten nur Vorläufer waren. Aber Frankreich bleibt in der Sauce, und das ist schon viel. – Die kleine panic im Goldmarkt scheint vorüber, die Konsols und Railwayshares[1] steigen wieder flott, money is easier,[2] die Spekulation noch immer sehr verteilt auf Korn, Cotton, Steamboats, Miningoperations usw. ... Daß übrigens eine ausgebildete Spekulationswut diesmal der Krise vorhergeht, glaube ich nicht, und wenn sonst die Umstände günstig sind, werden ein paar schlechte ostindische Posten, eine panic in New York usw. sehr bald beweisen, daß mancher tugendhafte Bürger ganz im stillen allerhand Schwindel angestellt hat. Und diese entscheidenden schlechten Nachrichten aus überfüllten Märkten müssen doch bald kommen. Nach China und Ostindien wird in einem fort massenhaft geschickt, und doch sind die Nachrichten nicht besonders, ja Kalkutta ist decidedly overstocked,[3] und hier und da fallieren native dealers.[4] An eine längere prosperity[5] als Oktober oder November glaube ich nicht – selbst Peter Ermen wird besorgt.

Übrigens hängt es doch sehr von der Intensität der Krise ab, ob sie sofort eine Revolution erzeugt – sofort, das heißt in sechs bis acht Monaten. Die schlechte Ernte in Frankreich hat das air,[6] als sollte es dort zu etwas kommen; aber wird die Krise chronisch und die Ernte schließlich doch etwas besser als erwartet, so kann’s immer noch bis 1854 dauern. Ich gestehe, ich wollte, mir bliebe noch ein Jahr Zeit zum Ochsen, ich habe noch manches durchzumachen.

Australien schadet auch. Erstens durch das Gold und das Aufhören aller seiner anderen Exporte, sowie durch die damit bedingte stärkere Einfuhr aller commodities,[7] dann durch den Abzug der hiesigen surplus population, at the rate of 5000 a week.[8] Kalifornien und Australien sind zwei Fälle, die im Manifest nicht vorgesehen waren: Schöpfung großer neuer Märkte aus nichts. Sie müssen noch herein.