28 Deanstreet, 23. September 1852.
Lieber Engels!
Erhalten 1 Pfund und die verbesserte Übersetzung. Mit letzterer hast Du Dir zu viel Mühe gegeben. Wenn die Sache geht (der Erfolg wird von dieser Nr. 5 abhängen), so mußt Du es leichter nehmen: ich meine, Redeblumen und Geschichten, die nicht nötig sind, laufen lassen, wenn sie schwierig zu übersetzen.
Weerth ist hier seit Sonntag. Er wird Sonnabend nach Manchester abgehen und dort drei bis vier Wochen bleiben, dann nach Westindien usw. verschwinden.
Einliegend:
1. Brief von Cluß.
2. Zwei Auszüge aus den von der Karlsruher Zeitung zuerst publizierten, dann von der Augsburger Allgemeinen Zeitung usw. abgedruckten Enthüllungen über die Emigration, für den Fall, daß Du nicht selbst die Sachen gesehen hast.
Dr. Piali (in Paris) schreibt mir unter anderem: „Kossuth will im Oktober losschlagen. Kiß hat Kossuth von hier aus allerlei Zusicherungen gemacht, die vielleicht in das Fabelreich gehören, doch bei der Fabelhaftigkeit der hiesigen Zustände auch möglich sind. Kossuth soll von Bonaparte ein eigenhändiges Schreiben erhalten haben, nach Paris zu kommen. Dieses Schreiben soll in wortgetreuer Kopie in allen ungarischen Komitaten zirkulieren. Alles ist in Ungarn auf einen Gewaltschlag von Kossuth vorbereitet. Selbst k. k. Beamte sind mit in dem großen Komplott ....“
Was die Kossuthgeschichte angeht, so ist es wohl möglich, daß Bonaparte ihm Fallen stellt, um sich bei Österreich beliebt zu machen.
Der acht Mann starke Volksverein (aus dem Ruge nach dem Weydemeyerschen Brief an Dich mit bekannter Virtuosität drei Ausschüsse gebildet hat) zieht jetzt (unter anderem Ronge und Tralles) in der City herum, unter dem Vorwand, zugleich eine „freie Gemeinde“ zu stiften. Was Teufel hat der Deutsch-Katholik Ronge mit „freien Gemeinden“ zu schaffen?