[6] Verloren.
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28 Deanstreet, London, 28. September 1852.
Lieber Engels!
Du hast längere Zeit keinen Brief von mir erhalten. Hauptsache ist Weerth, der die Abende, die ich sonst mit Schreiben zubringe, plus ou moins[1] mit Beschlag belegte. Und zwar zu meiner nicht übergroßen Freude. Du weißt, daß ich Weerth sehr gern habe, mais[2] es ist peinlich, wenn man bis an den Hals im Drecke sitzt, sich einen so feinen Gentleman gegenüber zu haben, auquel il faut cacher les parties trop honteuses.[3] Solch ein Verhältnis bringt doppelte gêne[4] hervor, und ich hoffe, daß er morgen nach Manchester abreist und mich, wenn er wiederkommt, in Verhältnissen findet, wo ich wieder franchement[5] mit ihm verkehren kann. Ich denke übrigens, daß er, abgesehen den leidenden Zustand meiner Frau, mir nicht tiefer in die Karten gesehen hat.
Einliegend der Auszug eines Briefes von Barthélemy an Willich. B. hat diesen Brief einem Franzosen, namens Durand, zur Besorgung an Willich mitgegeben .... Que penses-tu de ce[6] braven Barthélemy, „auquel il est impossible de se résigner à laisser Bonaparte jouir paisiblement de son triomphe“?[7] Zittre Byzantium! Was den angeblichen Brief von Blanqui betrifft, so scheint mir dieses eine melodramatische Lüge des düstern Barthélemy. Denn was meldet er von Blanqui? Daß die Lage der prisonniers de Belle Isle est bien triste.[8] Wenn Blanqui ihm weiter nichts zu enthüllen hatte, täte er jedenfalls besser, seine libri tristium[9] für sich zu behalten. Übrigens geht aus dem ganzen Briefe des B. hervor, daß er vollständig von der französischen Emigration und von den Gesellschaften in Frankreich getrennt ist.
Damit Du Dich „ein bißchen auf den welthistorischen Standpunkt stellen“ kannst, schicke ich Dir einliegend Augsburger Allgemeinen Artikel von dem Spion Mayr, der hier in London sogar von den Busenfreunden Willich und Schapper zum „Haus hinausgeschmissen“ wurde.
Ich habe Dir doch schon geschrieben, daß Herzen hier ist und gegen Herwegh Memoires umherschickt ....
An einem Artikel oder selbst bloß zum Entwurf für den deutschen Schlußartikel konnte ich noch nicht arbeiten. Das Hin- und Herschreiben und Familiengeschichten absorbierten mich so sehr, daß ich seit drei Wochen nicht auf der Bibliothek war, was ich zugleich tat, um meine Frau während dieser ihr so fatalen Zeit aufrecht zu erhalten.
Apropos! Es ist positiv, daß die Konspiration der Orleanisten täglich an Aktivität, Umfang und Chancen zunimmt. Die Herren haben sich koalisiert mit Cavaignac, Charras, Lamoricière, Bedeau. Unter den aides de camp de L. Bonaparte[10] sind drei gekauft, das heißt bedeutende Summen für sie sind deponiert auf der Bank of England. Mit den reinen Republikanern ist folgender Kontrakt geschlossen. Erstens: Bildung einer provisorischen Regierung, nur aus Generalen bestehend. Zweitens: Cavaignac erhält Marseille, Lamoricière Lyon, Charras Paris, Bedeau Straßburg als Garantie. Drittens: Das Volk wird aufgefordert von der provisorischen Regierung, in seinen Urwahlen zu entscheiden, ob es die Konstitution von 1830 will mit der Dynastie Orleans oder die Konstitution von 1848 mit einem Präsidenten. Im letzteren Falle wird sich Joinville als Kandidat präsentieren. Jud Fould steht fortwährend mit den Orleans in Verbindung. Monat März ist provisorisch bestimmt zur Ausführung des Unternehmens, wobei Bonaparte im Notfall ermordet werden soll von seinen aides de camp.[11] Man will aber, daß Bonaparte erst Kaiser sei und sich noch weiter abgenutzt habe.