Dein K. M.

Über sichere ... Adressen hierhin das nächste Mal.

[Auf einer neuen Seite folgt die Abschrift des Briefes von Stieber aus den „Enthüllungen“, S. 46/47, und daran anschließend fährt Marx fort:]

Ich ersuche Dich nun, auf dem dritten, in Deinem Briefe angedeuteten Wege nach Köln folgende Zeilen an Schneider zu schreiben und sie ihm umgehend zukommen zu lassen.

„Stieber hat allerdings die 14 bis 16 der Willich-Schapperschen Clique zugehörigen Dokumente gekauft, aber er hat sie zugleich gestohlen. Er hat nämlich einen gewissen Reuter für bares Geld zum Diebstahl sollizitiert. Reuter war seit lange nicht gerade „Polizeibeamter“, wohl aber occasionally à la tache[9] bezahlter spy[10] der preußischen Gesandtschaft. Er hat nie einer Kommunistengesellschaft angehört, nicht einmal dem öffentlichen deutschen Arbeiterverein in London. Reuter wohnte in demselben Hause wie Dietz, der Sekretär und Archivar der Willich-Schapperschen Zentralbehörde. Reuter erbrach das Schreibpult von Dietz und gab irgendeinem, Stieber oder Schultze, die Papiere. Die Sache war längst herausgekommen vor den Kölner Assisenverhandlungen. Stechan erhielt nämlich während seiner Haft in Hannover mehrere von ihm an Dietz, als an den Sekretär des von Schapper präsidierten Flüchtlingskomitees gerichtete Briefe von dem Untersuchungsrichter vorgelegt. Stechan brannte bekanntlich durch aus dem Gefängnis. In London angekommen, schrieb er nach Hannover, um jene Briefe herauszuverlangen, damit er den Reuter vor den englischen Gerichten verfolgen könne:

1. Wegen Diebstahl mit Effraktion. [Widerrechtliches Aufbrechen.]

2. Wegen Falsums.[11] Er behauptet nämlich, in seinem – den Kölner Juries jetzt auch von Stieber vorgelegten – Briefe sei das „530 Taler, 500 für die Führer“ interpoliert, von der Polizei hineingeschrieben. Er habe nur 30 Taler damals nach London geschickt und kein Wort von Führern gesprochen.

Das Hannoversche Gericht ging natürlich nicht auf Stechans Verlangen ein. Derselbe Reuter hat die sämtlichen Dokumente durch Effraktion des Dietzschen Pultes gestohlen. Dietz und die Schappersche Clique entdeckten die Sache erst, als Stechan hier ankam.“

Soeben, lieber Engels, erhalte ich Euer Paket. Es ist also nicht nötig, daß Du Vorliegendes abschreibst. Ich werde es selbst direkt schicken unter einem der mir zugekommenen Kuverts.

Sage Weerth, daß er sich jetzt eine der „Minister“stellen, die Stieber zu meiner Disposition gestellt, für immer gesichert hat, wenn er den ihm zugedachten Gesandtschaftsposten in Paris nicht vorzieht.