Tout ça n’est pas trop mal pour un vieux sous-lieutenant.[2] Was aber den Stil der Erklärung Nummer 2 angeht – so schlecht er ist, er ist dennoch apokryph. – – Jedenfalls wird jetzt das nötige Supplement zu Tellerings Broschüre von Herrn Willich herausgegeben werden, und da das ganze Zeug einmal vors Publikum gebracht ist, il faut aller jusqu’au bout.[3] Wenn Weydemeyer, Cluß und Komp. geschickt operieren, so müßten sie jetzt dem Willich in die Parade fahren und im voraus den Überraschungen, die er dem Publikum vorbehält, die Pointe und die Neuheit abbrechen. Nous verrons.[4]

Das Lob, das Du meinem „jungen“ Englisch erteilst, hat sehr aufmunternd auf mich gewirkt. Was mir hauptsächlich fehlt, ist einmal grammatische Sicherheit und zweitens die Gewandtheit in gewissen sekundären Wendungen, ohne die alles schlagfertige Schreiben unmöglich ist. Herr „Tribune“ hat zu meinem zweiten Artikel über Gladstones Budget eine Bemerkung an die Spitze ihres Blattes gesetzt, worin sie das Publikum auf die „masterly exposition“[5] aufmerksam macht und erklärt, sie habe nowhere „a more able criticism“[6] gesehen und tue „not expect to see one“.[7] Das ist nun all right. Aber in dem folgenden Artikel blamiert sie mich wieder, indem sie einen ganz unbedeutenden und unbedeutend sein sollenden Kopf [Anfang] von mir unter meinem Namen druckt, während sie sich Deinen „Schweizer“ aneignet. Ich werde Dana schreiben, es sei mir sehr „schmeichelhaft“, wenn sie die Sachen manchmal als leader[8] benutzen. Nur sollten sie dann gefällig meinen Namen nicht unter unbedeutende Notizen setzen. Ich habe der Gesellschaft jetzt unter anderem zwei Artikel über „China“ mit Beziehung auf England geschickt. Wenn Deine Zeit Dir erlaubt und Du gerade Lust hast zu schreiben über irgend etwas, Schweiz, Orient, Frankreich, England oder cotton oder Dänemark, so tue es von Zeit zu Zeit, da ich jetzt gewaltsam auf den Beutel der Kerls losarbeite, um den Ausfall von drei weeks[9] zu decken. Wenn Du mir von Zeit zu Zeit so was schickst – de omnibus rebus[10] –, so kann ich’s immer unterbringen, denn Du weißt, daß ich das „Mädchen für alles“ bei den Kerls bin, und es ist immer leicht, alles an alles, an jeden Tag anzuknüpfen.

In bezug auf die Hebräer und Araber war Dein Brief mir sehr interessant. Es lassen sich übrigens 1. allgemeines Verhältnis nachweisen bei allen orientalischen Stämmen, zwischen dem settlement[11] des einen Teiles derselben und der Fortdauer im Nomadisieren bei den anderen, seit die Geschichte geschieht. 2. Zur Zeit Mohammeds hatte sich der Handelsweg von Europa nach Asien bedeutend modifiziert, und die Städte Arabiens, die am Handel nach Indien usw. großen Anteil nahmen, befanden sich kommerziell im Verfall, was jedenfalls mit Anstoß gab. 3. Was die Religion angeht, so wird sich die Frage in die allgemeine und darum leicht beantwortbare auflösen: Warum erscheint die Geschichte des Orients als eine Geschichte der Religionen?

Über die orientalische Städtebildung kann man nichts Brillanteres, Anschaulicheres und Schlagenderes lesen als den alten François Bernier (neun Jahre Arzt von Aurang-Zebe). „Voyages contenant la description des états du Grand Mogul etc.“[12] Auch setzt er das Militärwesen, die Art, wie diese großen Armeen sich ernährten usw., schön auseinander. Über beides bemerkt er unter anderem: „Die Kavallerie bildet den Hauptteil, die Infanterie nicht so groß, als das Gerücht geht, si ce n’est qu’avec les véritables gens de guerre on ne confond tous ces gens de service et de bazars ou marchés qui suivent l’armée; car, en ce cas là, je croirais bien qu’ils auraient raison de mettre les 2 et 300 000 hommes dans l’armée seule qui est avec le roi, et quelques fois encore d’avantage, comme quand on est assuré qu’il sera longtemps absent de la ville capitale; ce qui ne semblera si fort étonnant à qui saura l’étrange embarras de tentes, de cuisines, de hardes, de meubles et de femmes même assez souvent, et par conséquent d’éléphants, de chameaux, de bœufs, de chevaux, de portefaix, de fourrageurs, vivandiers, marchands de toutes sortes et serviteurs qui traînent après soi ces armées, et à qui saura l’état et gouvernement particulier du pays, à savoir que le roi est le seul et unique propriétaire de toutes les terres du royaume, d’où vient par une certaine suite nécessaire que toute une ville capitale comme Delhi ou Agra ne vit presque que de la milice, et est par conséquent obligée de suivre le roi quand il va en campagne pour quelque temps, ces villes là n’étant ni ne pouvant être rien moins qu’un Paris, mais n’étant proprement qu’un camp d’armée un peu mieux et plus commodément placé qu’en rase campagne.“[13]

Bei Gelegenheit des Marsches des Großmoguls nach Cacharim, mit 400 000 Mann usw. Armee, sagt er: „La difficulté est de savoir d’où et comment peut subsister une si grande armée en campagne, une si grande quantité d’hommes et d’animaux. Il ne faut pour cela que supposer, ce qui est très vrai, que les Indiens sont fort sobres et fort simples dans leur manger, et que de tout ce grand nombre de cavaliers, il n’y a pas le dixième, ni même le vingtième part, qui, dans la marche, mange de la viande; pourvu qu’ils aient leur kicheris ou mélange de ris et d’autres légumes, sur lequel ils versent de beurre roux quand ils sont cuits, ils sont contents. Il faut encore savoir que les chameaux résistent extrêmement au travail, à la faim et à la soif, vivent de peu et mangent de tout, et qu’aussitôt que l’armée est arrivée les chameliers les mènent brouter à la campagne, où ils mangent tout ce qu’ils attrapent. De plus que les mêmes marchands qui entretiennent les bazars dans Delhi, sont obligés de les entretenir dans les campagnes, ebenso die petits marchands etc. ... enfin à l’égard du fourrage, tous ces pauvres gens s’en vont rôdant de tous les côtés dans les villages pour en acheter et y gagner quelque chose, et que leur grand et ordinaire refuge est de râper, avec une espèce de truelle, les campagnes entières, battre ou laver cette petite herbe qu’ils ont râpée, et l’apporter vendre à l’armée ....“[14]

Bernier findet mit Recht die Grundform für sämtliche Erscheinungen des Orients – er spricht von Türkei, Persien, Hindostan – darin, daß kein Privatgrundeigentum existiert. Dies ist der wirkliche clef[15] selbst zum orientalischen Himmel.

Was sagst Du zum failure[16] des „financial scheme for reducing the national debt“[17] des hudibrasiac[18] Rodolpho Gladstone?

Das Journal des Débats hat vorgestern das wahre Geheimnis ausgesprochen, warum Rußland so frech ist. Entweder, sagt es, muß der Kontinent seine Unabhängigkeit russischer Gefahr aussetzen, oder er muß dem Krieg sich aussetzen, und das ist „la révolution sociale“.[19] Nur vergißt das elende Débats, daß Rußland sich ebensosehr vor der Revolution fürchtet wie Mr. Bertin, und daß der ganze Witz jetzt darin liegt, wer sich den meisten Schein der „Nichtfurcht“ zu geben weiß. Aber England und France – die offiziellen – sind so miserabel, daß wenn Nicholas steifhält, er alles ausrichten kann.

Vale faveque.[20]

K. M.