Lieber Marx!

Was mich bisher am Arbeiten und am Schreiben verhinderte, war die Gegenwart des „alten Herrn“ [W. Wolff], der einstweilen bei mir kampiert. Auf seinem screwsteamer[1] war kein Platz zu bekommen, auch war Borchardt sehr dafür, daß er erst hier versuchen sollte, Stunden zu bekommen, dazu hatte er noch Aussichten in Liverpool. Genug, er will sein Glück hier probieren, und ich mag ihn nicht merken lassen, wie die Tribune-Korrespondenzen manchmal entstehen, nachdem er sich in London so läppisch gegen Dich benommen hat. Es bieten sich hier einige Aussichten, und nachdem Borchardt und ich gestern mit ihm darüber gekohlt, ist er heute in Bewegung gesetzt worden, um sich umzusehen, so daß ich den Abend für mich haben werde und Dir also einen Artikel über den Stand des Geschäfts hier herum zusammenfabrizieren kann, der per zweite Post abgeht. Der russische folgt sobald wie möglich – ich halte den Verfasser für einen Ostseedeutschen oder halben Polacken, der Kerl hat offenbar viel Material, man muß also vorsichtig sein, aber er ist doch sehr gut zu fassen. Oder sollte es gar der in der Deutschen Londoner Zeitung an Nesselrode geschrieben habende Loewe sein?

Die Reform kommt mir sehr unregelmäßig zu, hast Du was von Cluß gehört?

Notabene. Da Lupus, wie ich heute aus Deinem Briefe sehe, sogar ohne allen Abschied fortgelaufen ist, so bekommt er natürlich nichts davon zu sehen, was Du mir schickst – il reste parfaitement en dehors de tout.[2] – – –

Indessen, wir wollen sehen, ob eine verbesserte Position, wenn sie sich hier finden läßt, den alten Herrn nicht bald wieder herumbringt, und dann muß er auch gegen Dich Abbitte tun.

Ich gehe jetzt nach Hause, um zu arbeiten.

Dein F. E.


[1] Schraubendampfer.

[2] Es wird ihm keinerlei Einblick gegeben.