Den Prospekt erhalte ich soeben nebst Deinem Briefe. Auf Aktien von hier ist verdammt wenig zu rechnen. Der Blank, an den ich schon früher deswegen geschrieben und der noch der Beste von allen ist, ist in Praxi ein Bourgeois geworden; die anderen noch mehr, seit sie etabliert sind und mit den Arbeitern in Kollisionen gekommen. Die Leute scheuen sich alle wie die Pest vor der Diskussion der gesellschaftlichen Fragen; das nennen sie Aufwiegelei. Ich habe die schönsten Redensarten verschwendet, alle mögliche Diplomatie aufgeboten, aber immer schwankende Antworten. Ich mache jetzt noch einen letzten Versuch, scheitert der, so ist alles am Ende. In zwei bis drei Tagen hast Du positive Nachricht, wie er ausgefallen, die Sache ist au fond[1] die, daß auch diese radikalen Bourgeois hier in uns ihre zukünftigen Hauptfeinde sehen, und daß sie uns keine Waffen in die Hand geben wollen, die wir sehr bald gegen sie selbst kehren würden.

Ans meinem Alten ist vollends nichts herauszubeißen. Für den ist schon die Kölner Zeitung ein Ausbund von Wühlerei, und statt tausend Talern schickte er uns lieber tausend Kartätschkugeln auf den Hals.

Die avanciertesten hiesigen Bourgeois finden ihre Partei zu ihrer ziemlichen Zufriedenheit durch die Kölnische Zeitung vertreten. Que veux-tu qu’on fasse, alors?[2]

Moses’ Agent, Schnaake, war vorige Woche hier, scheint auch gegen uns verleumdet zu haben.

Von Dronke habe ich keine andere Adresse als etwa die: Kaufmann Adolf Dominicus in Koblenz (sein Onkel). Sein Alter existiert in Fulda, ich glaube als Gymnasialdirektor. Das Nest ist klein. Dr. E. Dronke junior in Fulda würde ihn wohl treffen, wenn er da ist. Es ist aber abgeschmackt, daß er nicht wenigstens schreibt, wo er ist.

Von Ewerbeck hatte ich einen Brief, er fragt, ob wir einen angeblich wichtigen, nach Mainz unter bekannter Adresse abgeschickten Brief von ihm erhalten? Hast Du ihn nicht, so schreibe deswegen nach Mainz (Schullehrerkandidat Philipp Neubeck, Rentengasse, Heiliger Geist, Mainz).

Ewerbeck läßt in Paris das Manifest ins Italienische und Spanische übersetzen und will zu diesem Behuf 60 Franken eingesandt haben, die er sich zu zahlen verpflichtet. Das ist wieder so eine seiner Geschichten. Die Übersetzungen werden schön sein.

Ich bin an der englischen Übersetzung, die mehr Schwierigkeiten macht, als ich glaubte. Aber die Hälfte ist indes fertig, und bald wird das Ganze fertig sein.

Wenn ein einziges Exemplar unserer 17 Punkte[3] hier verbreitet würde, so wäre hier alles verloren für uns. Die Stimmung bei den Bourgeois ist wirklich niederträchtig. Die Arbeiter fangen an, sich etwas zu regen, noch sehr roh, aber massenhaft. Sie haben sofort Koalitionen gemacht. Das aber ist uns gerade im Wege. Der Elberfelder politische Klub erläßt Adressen an die Italiener, spricht sich für direkte Wahl aus, aber weist jede Debatte sozialer Fragen entschieden ab, obwohl unter vier Augen die Herren gestehen, diese Fragen kämen jetzt an die Tagesordnung, und dabei bemerken, wir dürften darin der Zeit nicht vorgreifen!

Adios. Laß bald Näheres hören. Ist der Brief nach Paris abgegangen, und hat er Resultate gehabt?