Ich hatte ferner an Gigot 20 und später an Dronke 50 Taler für Euch geschickt, immer aus meiner Kasse, in Summa 130 Taler ungefähr.
Ich werde Dir morgen wieder einiges schicken. Aber erkundige Dich nach dem Gelde. Es war in dem Wechsel zugleich eine Empfehlung drinnen an einen Lausanner Geldphilister.
Ich bin mit dem Gelde beschränkt. 1850 Taler hatte ich von der Reise mitgebracht; 1950 bekam ich von den Polen, 100 brauchte ich noch auf der Reise, 1000 Taler habe ich der Zeitung (mit dem Dir und anderen Flüchtlingen) vorgeschossen, 500 in dieser Woche noch zu zahlen für die Maschine; bleibt 350. Und dabei habe ich noch keinen Cent von der Zeitung erhalten.
Was Eure Redakteurschaft angeht, so habe ich 1. in der ersten Nummer gleich angezeigt, daß das Komitee dasselbe bleibt, 2. den blödsinnigen reaktionären Aktionären erklärt, daß es ihnen freistünde, mich als nicht mehr zum Redaktionspersonal gehörig zu betrachten, daß es mir aber freistehe, so hohe Honorare auszuzahlen als ich will, und daß sie daher pekuniär nichts gewinnen werden.
Die große Summe für die Zeitung hätte ich rationellerweise nicht vorgeschossen, da ich drei bis vier Preßprozesse auf dem Halse haben, jeden Tag eingesperrt werden und dann nach Geld wie der Hirsch nach frischem Wasser schreien kann. Aber es galt, unter allen Umständen dies Fort zu behaupten und die politische Stellung nicht aufzugeben.
Das beste – nachdem Du die Geldangelegenheiten in Lausanne geordnet – ist, nach Bern zu gehen und Deinen angegebenen Plan auszuführen. Du kannst außerdem schreiben, worüber Du willst. Deine Briefe kommen immer zeitig genug.
Daß ich einen Augenblick Dich im Stiche hätte lassen können, ist reine Phantasie. Du verbleibst stets mein Intimus, wie ich hoffentlich der Deine.
K. Marx.
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Köln, 29. November 1848.