September. Desgleichen.
October. Mitte dieses Monats beginnt gewöhnlich die Brunftzeit, oft auch erst zu Anfang November, besonders in recht späten Wintern. Nun eröffnet sich für den amerikanischen Pürschjäger die beste Jagdzeit, denn der Hirsch, den Fährten des Schmalthieres folgend, durchzieht ziemlich sorglos den Wald und kann leicht erlegt werden, was jetzt nur der Decken wegen geschieht, die, nach dem Gewicht verkauft, wenn getrocknet, von starken Hirschen sechs bis acht, ja wohl auch neun Pfund wiegen.
Die Geweihe haben ihren ganz vollkommenen Zustand wieder erreicht.
November. Desgleichen.
December. Vorzüglich Jagd auf Schmalthiere, die jetzt, wenn ein gutes Eicheljahr war, anfangen feist zu werden. Hirsche und Thiere stehen wieder in Rudeln zusammen.
Das ist ungefähr Alles, was über die in Amerika gebräuchliche Ordnung bei der Hirschjagd zu sagen ist. Diese selbst wird auf dreierlei Arten betrieben. Die erste ist das Pürschen, die zweite die Hetze und die dritte die Nacht- oder Feuerjagd.
Das Pürschen bleibt sich natürlich in allen Ländern gleich und ist auf jeden Fall nach der Bärenhetze die edelste und schönste Jagd.
Das Hetzen erfordert in dem wilden, unbebauten Lande, wo oft fast undurchdringliche Dickichte die verfolgenden Hunde wie nachsetzenden Jäger aufhalten, eine genaue Kenntniß des Bodens und Wechsels, und eignet sich auch mehr für ein Land, wo das Wild schon dünner wird und der Jäger froh ist, mit seiner ganzen Meute in einem halben Tag einen Hirsch aufzujagen; aber auch in Arkansas, wo es noch Hirsche genug zum Pürschen giebt, wird, den Winter hindurch wenigstens, diese Jagd vorgezogen; im Sommer jedoch, wo die Hitze am Tage sehr drückend und das Tragen der schweren Büchse zu beschwerlich ist, nimmt der Jäger zum Feuer seine Zuflucht und schießt sein Wild Nachts bei der Kienflamme.
Sollte es übrigens unseren deutschen Jägern auffallen, daß Rothwild, sonst das Feuer scheuend, bei diesem erlegt werden kann, so muß ich hier bemerken, daß es in Amerika unter ganz anderen Verhältnissen aufwächst. Im Frühjahr durchzieht wohl kein Jäger in jenen Gegenden den Wald, ohne das dürre Laub, was oft vier bis sechs Zoll tief den Boden bedeckt, an eben so vielen Stellen anzuzünden, als er sein Lager aufschlägt, oder sein Mittagsmahl kocht. Es ist dies nicht allein um das Laub zu beseitigen und den neuen jungen Graswuchs zu befördern, sondern auch das lästige Unterholz und die Dornen und Schlingpflanzen etwas zu tödten, die sonst in einigen Jahren so überhand nehmen würden, daß an eine Pürschjagd gar nicht mehr zu denken wäre. Solche Waldbrände greifen aber selten oder nie gesunde und kräftige Stämme an, sondern beschränken sich darauf, die am Boden liegenden Blätter und trockenen Dornen zu verzehren, kleineres Buschwerk zu tödten und die dürren, halb oder ganz verfaulten und umgestürzten Stämme in Brand zu stecken.
Die Hirsche gewöhnen sich hierdurch ganz an diese Feuer und sammeln sich, besonders im Frühjahr, gern um sie, bezeigen daher auch nicht die mindeste Furcht, wenn sie ihre gewöhnliche Salzlecke annehmen und dort eine helle Flamme finden. Ihre großen, klaren Lichter der Gluth zuwendend, schreiten sie still herbei und stürzen meistens, von der sicheren Kugel getroffen, ehe sie nur die Nähe eines Feindes ahnen.