»Aufrichtig gesagt,« erwiederte ihm Sechingen, »so hatte ich nach dem, was ich von Herrn Fischer in Little Rock gehört, große Lust, mir irgend ein Stück Land in dieser Gegend auszusuchen, und mich darauf niederzulassen. Es ist dieß die Ursache, weßhalb ich nach Amerika ausgewandert bin, ich – ich hatte ein so gewaltiges Sehnen nach dem – nach dem Urwald; seit letzter Nacht hat sich das freilich bedeutend gegeben, und ich möchte doch nun erst die hiesigen Verhältnisse ein wenig genauer kennen lernen, ehe ich mich bleibend festsetze. Ist es Ihnen also recht, mein bester Herr Klingelhöffer, und fall' ich Ihnen nicht zur Last, so bleib ich ein paar Tage bei Ihnen, wir durchziehen dann die Nachbarschaft ein wenig, und ich kann mich im Laufe dieser Woche fester und genauer bestimmen.«

»Von Herzen gern,« sagte der wackere Farmer, ihm die Hand reichend, »Sie sind mir so willkommen, wie die Blumen im Mai, und sehen Sie sich das Land erst einmal an, dann gefällt es Ihnen auch. Wie wär's, wenn wir Ihre Sachen indessen von Little Rock heraufkommen ließen? Das nächste Dampfboot kann sie bis Bakers Landung am Arkansas bringen, und dort holen wir sie in nächster Woche mit meinem Canoe ab.«

»Wo aber soll ich bei Ihnen schlafen?« frug Sechingen mit komischem Ernst, indem er sich überall im Hause umsah – »wenn Ihre Frau und Töchter –«

»Thorheiten,« lachte Klingelhöffer – »das fällt hier alle Tage vor, wir machen Ihnen ein Lager auf der Erde – ein wenig hart wird's sein, doch daran müssen Sie sich gewöhnen; ein Jäger darf überhaupt nicht so sehr viele Bedürfnisse haben.«

»Jagen Sie viel?«

»Nein, sehr selten, ich bin kein großer Freund mehr davon.«

»Es ist wohl viel Wild in der Gegend?«

»Ja, ziemlich viel Hirsche und Truthühner!«

»Auch Bären, nich wahr?«

»Dann und wann kommt uns einmal so ein alter Bursche zwischen die Schweine, doch sind wir in solchem Falle schnell mit den Hunden dahinter her, und fangen ihn entweder, oder treiben ihn doch wenigstens aus der Nachbarschaft.«