Mac Carther machte sich rasch von ihm los, und sah ihn erschreckt an. Charles lachte. – »Ja, ja, mein alter Fuchs«, fuhr er dann lauter fort, »manche Nasen sind schärfer als man es ihnen zutraut – meine reicht bis zum North Shore hinüber – und noch mehr« fuhr er wieder mit unterdrückter Stimme fort – »unten am Werf liegt schon ein Boot mit zwölf Mann, die nur auf mich warten. In einer halben Stunde sind wir an Ort und Stelle, und übermorgen früh segelt der Boreas. – Der Wind ist günstig und ich habe mein Wort darauf gegeben. Guten Abend, Mac Carther –« und damit schnellte er, von seinem Begleiter gefolgt, zur Thür hinaus auf die Straße. Mac Carther aber stürzte, wie schon erwähnt, in die Schenkstube, griff seinen Hut auf und eilte, so rasch er konnte, nach einer anderen Richtung hin zum Wasser hinunter.

Charles hatte seine Maaßregeln aber viel zu gut und sicher getroffen; außerdem kannte er den Platz selber schon genau, und zwei seiner Leute mußten den ganzen Nachmittag dort in der Nähe versteckt liegen und auf die geringsten Bewegungen der Entflohenen achten. Die armen Teufel von Matrosen waren, als sie sich gerade am sichersten fühlten, schon verrathen und verkauft.

Das Boot landete, zwei Mann ließ man schwer bewaffnet als Wache dabei zurück, die kleine Hütte wurde dann umzingelt und die ganze Mannschaft des Boreas, mit Ausnahme eines Deutschen und eines Franzosen, die gerade in der Stadt waren Provisionen zu holen, gefangen genommen und in Eisen gelegt. Die beiden kamen gerade zurück als die Polizei in das Haus drang und flüchteten in den Busch, wo sie sich mit den Provisionen versteckt hielten, bis der Boreas, den sie von ihrem Versteck aus konnten in der Bay liegen sehen, wirklich abgesegelt war.

Gerade als das Polizeiboot mit seinen Gefangenen vom Lande abstieß, schoß ein anderes kleines scharfgebautes Boot, mit zwei Männern darin, in eine kleine durch einen Felsenvorsprung gebildete Bucht. Einer von diesen sprang augenblicklich an Land und sah dem Boot nach. Man konnte die Gestalt in der Dunkelheit nicht mehr genau erkennen, Charles hatte aber allen Grund auf den richtigen Mann zu rathen, und rief deßhalb auf gut Glück nach dem Lande zurück.

»Guten Abend, Mr. Mac Carther.«

Die Gestalt verschwand in demselben Moment wieder in den Büschen und das kleine Boot ruderte, eine halbe Stunde später, mit denselben beiden Männern nach der Stadt zurück.


Am Montag Morgen wehte vom großen Mast des Boreas die Signalflagge für die Wasserpolizei. Alles andere war zur Abfahrt fertig, der Lootse an Bord, vom Anker schon alles Unnöthige an Kette eingeholt, und die Segel hingen gelöst von den Raaen nieder. Der Wind wehte stark von Westen und die Brise konnte zum in See Gehen nicht günstiger sein.

Eine Viertelstunde später schossen um das Castell zwei schmale lange Boote. Es war die Wasserpolizei mit den Gefangenen die sie an Bord brachte, denn der Boreas hatte indessen, um die nothwendigsten Arbeiten zu verrichten, andere Arbeiter an Bord gehalten.

Die Gefangenen trugen sämmtlich Handschellen. Da es zu viele waren, und die Polizei vielleicht einen letzten Fluchtversuch fürchten mochte, ließ sie den Einzelnen, wenn sie die Fallreepsleiter hinaufsteigen sollten, auch die Eisen nicht abnehmen, sondern es wurde eine Leine heruntergelassen, diese um das Eisen geschlagen, und der Gefangene mußte dann nach oben steigen. An Bord nahm man ihnen die Schellen ab, die Boote ließen sich aber an langer Leine bis hinter das Schiff treiben.