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| 1. | Eine Nacht am Mosquitogulch | [1] |
| 2. | Die Mission Dolores bei San Francisco | [40] |
| 3. | Ein Stiergefecht auf der Mission Dolores | [56] |
| 4. | Gerichtsscene in Stockton | [81] |
| 5. | Die Entdeckung des Jakaßgulch | [97] |
| 6. | Die französische Revolution | [159] |
| 7. | Eine Nacht in einer Californischen Spielhölle | [196] |
| 8. | Vier Tage auf der Bai von San Francisco | [249] |
| 9. | Der Mexikaner in den Californischen Minen | [277] |
| 10. | Der Ostindier | [304] |
Eine Nacht am Mosquitogulch.
„Sorgen? — pah, wer kennt hier Sorgen,
Goldgräber ho!“ —
Goldgräber-Lied.
Weit im fernsten Osten der Californischen Goldminen, d. h. soweit, als damals die kühnen Miner nach Osten vorgedrungen waren und Gold gefunden hatten, und gerade dort, wo sich die Wasser der südlichen Flüsse Macalome und Calaveres scheiden, läuft mitten durch die mit dem herrlichsten Baumwuchs bedeckten höchst romantischen Berge, dicht im schattigen Grün versteckt, ein kleiner Bergbach, der sich nur eine kurze Strecke weiter unterhalb, aber fast immer steil und schäumend, in den tief unten dahinbrausenden Süd-Arm des Macalome ergießt, oder eigentlich hineinstürzt.
Diesen kleinen Creek oder Gulch, (wie sich der Californische Name nach und nach durch allgemeinen Gebrauch gebildet, da Gulch eigentlich nur die Schlucht bedeutet durch welche der Bach läuft) hatten die ersten Entdecker desselben, Deutsche, den Mosquitogulch genannt. In dem wildverwachsenen Dickicht, der den unteren Theil des Gulch’s füllte und meist aus einer Art wilder Kirschen und Haselbüsche bestand, hielten sich auch in der Sommerzeit eine ganz ansehnliche Masse dieser lieben Thierchen auf, und spornten die Arbeiter zu neuer Thätigkeit, wenn sie einmal kurze Zeit in dem kühlen Schatten der dort wirklich riesenhaften Cedern und Fichten ausruhen und Spitzhacke und Schaufel, wie sie es nannten, wollten „kalt werden lassen“. Es sind vortreffliche Aufseher die Mosquitos.
Gar arg waren sie übrigens, beiläufig gesagt, bei alle dem nicht. Die Leute die den klaren freundlichen Bach so nannten und ihm dadurch gewissermaßen einen schlechten Namen gaben, hatten nur noch keine Plage gesehen wo wirklich Mosquitos sind — sie waren noch nicht am Mississippi gewesen.
Etwa halbwegs also an dem Waldstrom, soweit vielleicht von seiner Quelle als seiner Mündung entfernt, und an dem Hang des Hügels der an drei Seiten von tiefen Schluchten begrenzt wurde (im Norden von dem Mac Gualome selber, über den hin diese Abdachung eine wundervolle Fernsicht nach seinen nördlichen fichtenbewaldeten Ufern gestattete, während tief von unten herauf sein hohles Brausen, wie er über Felsblöcke und Baumstämme wegsprang, in das Ohr des Lauschenden tönte, — im Osten von einer kleinen nicht so tiefen trockenen Schlucht, und im Westen von dem tief und scharf eingeschnittenen Mosquitogulch, nach dem ein schmaler Pfad etwa zweihundert Schritt lang steil hinab führte) — stand ein kleines Zeltlager oder Camp, wie es in der Minensprache genannt wurde. Die vier kleinen Zelte, drei weiße und ein blaues, waren dicht und heimlich unter wahrhaft großartige Fichten und niedere Eichenbäume hineingeschmiegt, und zur Nachtzeit loderten mächtige Feuer in ihrer Mitte.