»Für mich?«

»Der junge Baron gab ihn mir draußen; er erfuhr von mir, daß der Mechanikus Baumann freigesprochen und seiner Haft entlassen ist, und bat mich, Ihnen das zu sagen.«

»Ich danke Ihnen,« flüsterte Kathinka, ließ sich aber jetzt nicht länger halten, sondern eilte, so rasch sie konnte, die Treppe hinab.

Witte sah ihr kopfschüttelnd nach; aber andere Dinge gingen ihm auch im Kopf herum, und die Treppe hinansteigend, traf er oben ein Dienstmädchen, das Fenster putzte. »Können Sie mir sagen, liebes Kind, wo ich das gnädige Fräulein von Wendelsheim treffe?« fragte er dieses.

»Jawoll,« sagte das Mädchen, »gleich da drin ist sie.«

»Schön,« erwiederte Witte, indem er seine Brieftasche vorholte und eine Karte herausnahm, die er dem Mädchen hinhielt. »Möchten Sie dann wohl so gut sein und diese Karte zu dem gnädigen Fräulein hineintragen und ihr sagen, der Herr, dessen Name darauf stehe, sei hier draußen und wünsche mit ihr zu sprechen?«

»Jawoll,« entgegnete das Mädchen wieder, aber ohne die Hand nach der Karte auszustrecken, »das möchten Sie woll, nicht wahr? Ne, einmal gemacht und nicht wieder. Wenn Sie mit ihr sprechen wollen, gehn Sie selber hinein – ich aber nich.«

Witte lachte. »Das gnädige Fräulein,« sagte er, »scheint sich hier sehr in Respect gesetzt zu haben – beißt sie?«

»Ne, aber sie kratzt,« sagte die Magd.

»In der That? Nun, dann werd' ich mein Glück auf eigene Hand versuchen!« Und damit schob er Karte und Brieftasche wieder zurück, ging dann auf die bezeichnete Thür zu und klopfte herzhaft an.