»Wenn sich der Major in Thatsachen irrte, ist das meine Schuld?«
»Das bleibt sich jetzt vollkommen gleich. Sie haben sich verleiten lassen, da draußen Sachen zu behaupten, die Sie nicht beweisen können, und die Madame Müller scheint nicht die Frau zu sein, etwas Derartiges ruhig über sich ergehen zu lassen.«
»Aber was verlangt sie nur?«
»Zuerst bestand sie darauf, eine Klage gegen Sie Beide anhängig zu machen, und was das für ein Gerede in der Stadt gegeben hätte, brauche ich Ihnen nicht zu sagen. Sie will sich aber zufriedenstellen, wenn Sie ihr eine schriftliche Ehrenerklärung geben.«
»Ich?«
»Sie alle Beide – Sie sowohl als der Major. Ich habe das Ding jetzt aufgesetzt, und das müssen Sie unterschreiben.«
»Aber ich bitte Sie um Gottes willen,« rief Frühbach erschreckt, denn er hatte einen heiligen Respect vor allen Unterschriften – »ich weiß ja von der Frau gar nichts, weder ob sie irgend eines Vergehens schuldig oder unschuldig wie ein Lamm ist, und nur dem Major zu Liebe....«
»Desto schlimmer für Sie,« unterbrach ihn der Staatsanwalt, »daß Sie dann, wenn Sie gar nichts wissen, zu einer fremden Frau in's Haus gehen und ihr ein Verbrechen vorwerfen. Aber machen Sie, was Sie wollen, und glauben Sie um des Himmels willen nicht, daß ich Sie zu etwas überreden werde! Ich meine es gut mit Ihnen, und habe in der Sache weiter nichts zu thun. Es ist jetzt vier Uhr; um fünf Uhr bin ich draußen bei dem Major und lege Ihnen das Schriftstück vor, das Sie dann unterschreiben können oder nicht – wie Sie wollen.«
»Und wenn wir es nicht unterschreiben?«
»Gut, dann macht die Frau ihre Klage anhängig, und Sie können nachher meinetwegen die Sache abschwören.«