»Freut es dich, Josefine,« fragte Georgine, als sie den Waldessaum erreichten, »so mit mir durch die Welt zu fahren?«
»Ach sehr, Mama, sehr,« rief das Kind, »es ist gar so wunderhübsch. Wäre nur Mademoiselle bei uns!«
»Und möchtest du lange, recht lange so mit mir fahren? weit, weit hinweg von hier?«
»Wenn Papa und Mademoiselle Adele mitführen, gewiß – und wenn wir wieder hierher zurückkämen.«
»Und wenn wir nun wieder hinausführen in die Welt?« sagte die Frau, der diese Worte einen Stich durch das Herz gaben, »wenn wir nun wieder draußen lustig unsere Pferde bestiegen und in Glanz und Lichterpracht dahinflögen?«
Josefine schüttelte das Köpfchen. »Zu Hause ist's hübscher,« sagte sie, »und ich habe schon beinahe vergessen, wie es früher war.«
»Zu Hause ist's hübscher?« wiederholte Georgine, »ei, ei, Josefine, hast du ganz vergessen, wie stolz wir früher auf dich waren, wie reizend du auf dem Pferde aussahst, und wie geschickt du deine Sachen machtest?«
»Ja – aber ich muß jetzt lernen, viel lernen, daß ich einmal eine wackere, brave Frau werden kann,« sagte das Kind, »ich muß auch dem lieben Gott dankbar sein, daß er mir eine Heimat und Eltern gegeben hat, die für meine Erziehung sorgen. Die armen kleinen Mädchen, die draußen auf den Pferden tanzen und springen müssen, haben es doch lange nicht so gut wie ich.«
»Wer, um Gottes willen,« rief Georgine erstaunt, »hat dir die albernen Dinge in den Kopf gesetzt?«
»Alberne Dinge, Mama?« sagte Josefine erschreckt, »ich habe eine hübsche Geschichte von einer armen Marie gelesen, und Mademoiselle Adele hat sie mir erklärt, und jetzt freue ich mich so darauf, daß mir Papa eine andere liebe Marie mitbringen will, mit der ich spielen und tüchtig lernen kann.«