Jeremias packte den einen Koffer auf, und die Dorothea stürzte erschreckt aus der Küche heraus, als er damit auf der oberen Treppe ausrutschte und sechs oder acht Stufen mit furchtbarem Spectakel hinabpolterte. Jeremias war aber nicht der Mann, sich bei Kleinigkeiten aufzuhalten, und stand im Nu wieder auf den Füßen.
»Herr du meine Güte!« rief aber Dorothea bestürzt – »ist denn Feuer oben?«
»Noch nicht, aber 's riecht schon nach Rauch,« sagte Jeremias und war im Handumdrehen die zweite Treppe hinunter.
Zehn Schritt vom Hause stand sein Karren, den er rasch vor die Thür zog; der Koffer lag darauf und mit immer drei Stufen auf einmal lief er nach dem zweiten, den ihm Herr von Pulteleben schon durch die Thür entgegenzog.
Wie er mit einer Masse kleinen Handgepäcks beladen auf die erste Etage kam, stand die Dorothea da, schlug die Hände zusammen und sagte:
»Aber Herr von Pulteleben, wollen Sie denn auch fort?«
»Ich – werde eine kleine Reise machen, Dorothea,« sagte der junge Mann, der sich selber vor der alten Magd genirte, seine Flucht einzugestehen; »hier – ist Etwas für Ihre Bemühungen für mich,« und er drückte ihr dabei fünf Milreis in die Hand.
»Ach, ich danke auch schön – das war ja gar nicht nöthig – na, da wird's aber jetzt recht einsam bei uns werden.«
»Guten Morgen, Dorothea!«
»Guten Morgen, Herr von Pulteleben!«