»Guten Morgen, Meister! Was wünschen Sie?«

»Guten Morgen, Frau Gräfin — Nichts, als die alte Geschichte, die wir schon einige Mal verhandelt haben; Geld — meine Miethe.«

Die Gräfin warf ungeduldig den Kopf auf die Seite.

»Aber Sie wissen ja doch, daß meine Wechsel, die ich jedenfalls mit dem nächsten Dampfer erwarte, noch nicht angekommen sind — ich habe Ihnen das schon das letzte Mal gesagt, als ich das Vergnügen hatte Sie zu sehen.«

»Bitte,« sagte der Mann — »ja, und das vorletzte Mal auch, und das vorvorletzte, aber es ist ein merkwürdiges Ding um einen Wechsel, der nie ankommt, wenn er am Nothwendigsten gebraucht wird.«

»Und ist das etwa meine Schuld?« sagte die Gräfin piquirt.

»Glaube kaum,« lächelte der Bäckermeister — »nur die Schuld der Leute, die eben keinen schicken wollen.«

»Aber sie sind abgeschickt,« rief die Gräfin ungeduldig, »und können jetzt jede Stunde eintreffen. Sie denken doch nicht etwa, daß ich Ihnen eine Unwahrheit sagen werde?«

»Nein,« sagte der Bäckermeister kopfschüttelnd — »es wäre wenigstens nicht hübsch, aber damit kommen wir nicht weiter. Das Kurze und Lange von der Sache ist einfach das, daß ich nicht länger auf die Wechsel warten kann, und es thut mir leid Ihnen das sagen zu müssen, Frau Gräfin. Ich bin nur ein Handwerker, und was ich brauche, muß ich mir sauer genug verdienen; außerdem habe ich Kinder die versorgt sein wollen, und das kostet, wie Sie ebenfalls recht gut wissen, viel Geld. Deshalb muß ich das Meinige zusammenhalten — Sie sind eine zu vernünftige Frau, um das nicht einzusehen, und ich kann die Milreis nicht hundertweis ausstehen lassen.«

»Aber, lieber Freund, »ich kann Sie ja doch nicht eher zahlen, bis mein Wechsel kommt,« sagte die Gräfin ungeduldig — »was hilft also all das Reden? So nehmen Sie doch nur Vernunft an!«