»Bitte um Verzeihung,« sagte der Fremde, der indessen mit einem leichten, kaum bemerkbaren Lächeln dem Gespräche gefolgt war — »ich gehöre in das Geschäft gar nicht hinein und muß mich eigentlich als einen Aufdringling betrachten, will Ihre kostbare Zeit auch nicht länger in Anspruch nehmen, als unumgänglich nöthig ist, Ihnen mir aufgetragene und an's Herz gelegte Grüße zu bestellen.«
»Grüße? Von wem?« sagte der Direktor, der indessen die schlanke, edle Gestalt des Fremden mit eben nicht freundlicher werdenden Blicken musterte.
»Vom Hauptmann Könnern.«
»Von Hermann Könnern?« rief der Director rasch.
Der Fremde nickte nur langsam mit dem Kopfe.
»Und kennen Sie Könnern persönlich?« fragte der Direktor eben so eifrig weiter.
»Ziemlich genau,« erwiederte der junge Mann; »er ist mein Bruder, und ich heiße Bernard.«
»Der sich in Amerika so lange herumgetrieben — der Maler?«
»Derselbe,« lächelte der junge Mann.
»Dann sein Sie mir herzlich und viel tausend Mal willkommen,« rief Sarno, der in dem Augenblicke ein ganz anderer Mann zu werden schien — »herzlich willkommen!« wiederholte er noch einmal, die gefaßte Hand aus allen Kräften schüttelnd. »Oft haben wir von Ihnen gesprochen — und wie geht es Hermann? — Aber davon nachher — Sie kommen eben von der Reise, und unsere Wege sind nichts weniger als musterhaft; erst müssen Sie sich erholen und eine Erfrischung einnehmen; nachher plaudern wir viel, recht viel mit einander, denn Ihr Bruder ist der beste Freund, den ich auf der Welt habe, und ich muß Alles wissen was ihn angeht.«