»Vom Rhein,« sagte der mit der Tressenmütze.
»Und was hast Du für ein Geschäft oder Handwerk?«
»Keins von Beiden,« brummte der Bursche, sich bequem mit dem Kinn auf seine beiden Arme lehnend.
»Schafskopf!« sagte auf einmal eine deutliche Stimme dicht hinter dem Schneider, der sich rasch und erschreckt umsah und die Nadel fallen ließ, als er keinen Menschen hinter sich erblickte.
»Nanu?« rief er ordentlich bestürzt aus und fuhr auf seinem Stuhle herum — »da hätt' ich denn doch darauf schwören wollen, daß Jemand dicht hinter mir schimpfte. Hast Du Nichts gehört?«
»Ich?« sagte der Fremde gleichgültig — »gar Nichts. Was war's denn?«
»Na, das ist aber doch merkwürdig,« meinte der Schneider kopfschüttelnd — »ich habe ganz deutlich gehört, wie Jemand sagte…«
»Schafskopf!« ertönte die Stimme noch einmal, und der Mann fuhr von seinem Tische herunter, als ob er auf glühendem Eisen gesessen hätte. Jetzt hielt sich aber auch der Fremde vor dem Fenster nicht länger und schlug ein so gellendes Gelächter auf, daß Justus sich erstaunt und halb gereizt nach ihm umsah. Der mit der Tresse aber, noch immer lachend, während er sich mit beiden Händen an dem Fensterbret hielt, rief:
»Beruhige Dich nur, tapferer Kamerad — beruhige Dich nur; es ist nicht der Geist irgend eines verschnittenen Tuchrockes, der zu Dir gesprochen, sondern…«
»Ich war's ja selber,« rief wieder eine feine Stimme aus der entferntesten Ecke vor.