»Eben so wenig.«

»Aber die Flöte gewiß?«

»Ich muß zu meiner Beschämung gestehen,« lächelte von Schwartzau, »daß ich bei Allem, was Musik betrifft, einzig und allein zum Zuhören zu verwenden bin.«

»Das ist merkwürdig,« sagte die Senhora »Sie sind der erste Deutsche, den ich kennen lerne, der nicht wenigstens die Flöte spielt. Unser Baron hier ist Meister auf diesem Instrumente.«

»In der That?« sagte Günther, der sich auch selbst nicht dafür interessirte.

»Gnädige Frau sind zu gütig,« sagte der Baron; »ich bin weiter Nichts als ein Dilettant. In solchen wilden Ländern aber, in denen ich mich die letzten zwölf Jahre herumgetrieben habe, ist die Flöte wirklich das einzige Instrument, das man leicht überall mit hinnehmen kann, und man vertreibt sich doch manche müßige Stunde angenehm damit.«

»Sie haben sie bei sich, nicht wahr?« fragte die Dame.

»Gnädige Frau hatten mir ja befohlen, sie mitzubringen.«

»O, dann begleiten Sie das Lied jener jungen Dame, bitte!« sagte die Präsidentin — »wir müssen ein wenig Musik haben, damit Leben in die Gesellschaft kommt. Ich weiß gar nicht, so wie nur diese unglückselige Colonie Santa Clara genannt wird, ist es auch gleich, als ob ein schwarzer Schleier über die ganze Unterhaltung geworfen würde. Nun, hoffentlich wird sich das ändern, wenn wir Sie erst einmal dort haben.«

»Gnädige Frau können sich darauf verlassen,« sagte der Baron wieder mit einer halben Verbeugung, »daß ich nach Kräften arbeiten werde, Ihnen jede unangenehme Nachricht zu ersparen.«