»Neben den der Frau Gräfin?« lächelte Sarno.
»Nun, ein Stückchen weiter unten,« sagte Jeremias — »und mich wollten sie auch dazu haben, aber ich denke, der Herr von Pulteleben bleibt künftig bei seinen Cigarren und läßt mich ungeschoren.«
»Die Fabrikation geht gut?« lächelte Sarno.
Jeremias pfiff blos leise vor sich hin, schob beide Hände in die Taschen und verließ, seinen Hut noch immer unter den Arm geklemmt, das Zimmer, kehrte aber augenblicklich wieder zurück und meldete: »'s ist ein fremder Herr draußen, der den Herrn Director zu sehen wünscht,« und dabei überreichte er Sarno eine Karte, auf der nur die Worte standen: Ferdinand von Reitschen.
»Wird mir sehr angenehm sein,« sagte Sarno, die Karte auf den Tisch werfend.
»Der Neue, nicht wahr?« fragte Jeremias, indem er Sarno mit den Augen zublinzelte. Dieser lächelte und nickte, und der kleine Bursche ließ gleich darauf den Baron von Reitschen in das Zimmer.
»Mein werther Herr,« sagte dieser, indem er rasch auf Sarno zuging und seine Hand ergriff — »ich muß tausendmal um Entschuldigung bitten, Sie noch in meinen Reisekleidern aufgesucht zu haben, aber die eigenthümlichen Umstände, unter denen ich hier…«
»Bitte, machen Sie keine Umschweife,« unterbrach ihn Sarno ruhig, indem er ihm einen Stuhl hinrückte — »dem eben erhaltenen Schreiben nach habe ich das Vergnügen, in Ihnen den neuen Director der Colonie zu sehen, und da ich von dem Augenblicke Ihres Eintreffens an, mein Amt in Ihre Hände niederlege, so versteht es sich von selbst, daß wir alles Geschäftliche so rasch wie irgend möglich erledigen. Aus diesem Grunde schon kann ich Ihnen nur dankbar sein, eine für beide Theile nicht angenehme Sache, so bald es eben angeht, zu beseitigen.«
»Ich bitte, mich um Gottes Willen nicht falsch zu verstehen!« rief Herr von Reitschen rasch — »Sie glauben doch sicherlich nicht, daß ich schon in der ersten Stunde auf etwas Derartiges dringen wollte. Nehmen Sie sich ja Zeit, mein lieber Herr — nein, ich kam eigentlich heute Nachmittag nur her, um Sie um Ihren Rath und wo möglich Ihren — Beistand zu bitten.«
»In was, wenn ich fragen darf?«